Das ist ja nicht wie bei «scrambled eggs»...
Herr Schade, hinter Ihnen liegt quasi eine Phase konzentrierten Herrschertums im Geiste Mozarts: Im vergangenen halben Jahr haben Sie als Lucio Silla, Idomeneo und Titus auf der Bühne gestanden. Was verbindet diese Figuren, was trennt sie?
Alle drei verbindet ein ganz großer innerer Schmerz. Titus ist ein Herrscher, der eigentlich nicht regieren will und der dadurch, dass er allen vergibt, aber eigentlich nicht richtig zuhört, ein Vakuum von Macht kreiert.
Lucio Silla ist auch ein Leidender, aber zugleich ein in sich selbst verliebter großer Herrscher, dessen Wahn dadurch entsteht, dass er alles beherrschen kann, nur die Liebe nicht. Idomeneos Problem ist ein Urtyp der Literatur- und Religionsgeschichte, der Vater, der den Sohn opfern muss, eine Abraham-Isaak-Geschichte. Es ist die vielleicht persönlichste der drei Opern, geprägt durch Mozarts Beziehung zu seinem Vater; er hat sie ja auch sehr geliebt.
Adorno hat das Genre Oper schon Ende der 1950er Jahre für passé erklärt und immer wieder darauf hingewiesen, dass heute dem Individuum jene Bedeutung, die es in der Oper noch hat, nicht mehr zukommt.
Das sehe ich nicht so. Auch in Zeiten vermeintlicher subjektiver Ohnmacht fühlt jeder ...
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Ein Krisensymptom. Das ist die einzige Bedeutung dieser Aufführung. Nach seiner Total-Havarie mit «Arabella» hält sich Alexander von Pfeil, der Chefregisseur der Deutschen Oper, diesmal interpretatorisch zurück. Ergebnis: Nicht nur er selbst, sondern auch Chor, Dirigent und sein Ausstattungsteam werden durch Buhstürme von der Bühne gefegt. Respekt gegenüber dem...
Ob dieses Stück seit seiner Uraufführung 1995 wirklich bereits fünfzig Neuinszenierungen erlebt hat, wie gesagt wird? Denkbar wäre es schon. «Powder her Face» hat alles, was eine neue Oper braucht, um in die Stadttheater zu drängen. Einen schnellen, nachvollziehbaren Plot, etwas Humor, etwas Tragödie, etwas Wahrheit, brillante Gesangspartien, wenig Irritationen und...
Wo Igor Strawinsky war, da war der Tanz nicht weit, auch die szenische Transformation der Oper nicht – und schon gar, wenn Impresario Sergei Diaghilew die Hände im Spiel hatte. «Le Rossignol» schlüpfte schon bei der Pariser Uraufführung 1914 ins Ballettröckchen, dieweil die Sänger lediglich zu singen hatten. «Oedipus Rex» widerfuhr bereits bei der szenischen...
