Ultimativ machtlos
16 Metallbetten rahmen die Spielfläche, und 16 Küchentische. An langen Seilen pendeln 16 tuchverhangene Wiegen träge aus dem Schnürboden. 16 Uniformen warten auf ihre Träger, die sich wenig später aus den Federn schälen. Und 16 Frauen schälen Kartoffeln. In ihrer Mitte thront die alte Burya in strengschwarzem Pomp, mit einer Reitgerte fuchtelnd. Die Szene erinnert an eine Strafkolonie: Einen Horizont gibt es nicht, keinen Ausblick, keinen Ausweg.
Regisseur Claus Guth liest am Londoner Royal Opera House das eindringliche Ticken des Xylophons im ersten Akt von Janáčeks «Jenůfa» als Klang einer gut geölten Gesellschaftsmaschine, in der kein Rädchen aus der Reihe tanzen darf. Mit Bühnenbildner Michael Levine und Ausstatterin Gesine Völlm betont er die restriktiven Normen der Dorfgemeinschaft.
Ausgangspunkt der Inszenierung ist die Perspektive der Küsterin. Wenn diese an ihre eigene Ehe zurückdenkt, tritt ihr Gatte auf, als blutjunge Erscheinung aus der Vergangenheit, die Bierflasche in der einen Hand, die andere zum Schlag erhoben. Das, denkt sich die Kostelnička, stünde mit Števa auch Jenůfa bevor – und Guth lässt das junge Paar die Fantasie auf der Bühne ausagieren. In den Augen der ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Opernwelt November 2021
Rubrik: Im Focus, Seite 16
von Wiebke Roloff Halsey
Sein Entrée ist eigentlich standesgemäß. Wie von Picasso, Doré oder Grandeville illustriert tritt Don Quijote (Richard Šveda) in Manuel de Fallas «Meister Pedros Puppenspiel» aus dem roten Vorhang heraus auf die Bühne der Deutschen Oper am Rhein, spitzbärtig, mit quirlig grauen Haaren unterm Helm, ein Schwert im Gürtel, in (s)ein Buch vertieft. Doch bald schon holt...
Ihr Terminkalender ist wieder ganz schön voll: Bernhard Langs «Der Hetzer» in Dortmund, Carl Orffs «Carmina Burana», Philip Glass’ «Einstein on the Beach» – da kommt einiges an musikalischen und inhaltlichen Gegensätzen auf Sie zu. Wie halten Sie das aus?
Diese Spielzeit ist geprägt von so vielen unterschiedlichen Stücken, dass wirklich jeder Tag anders ist. Aber...
alpha
07.11. – 21:45 Uhr
Simon Rattle dirigiert Messiaen
14.11. – 21:45 Uhr
Simon Rattle dirigiert Purcell und Haas
21.11. – 21:45 Uhr
Mariss Jansons dirigiert Schostakowitsch
Symphonie Nr. 10
28.11. – 21:45 Uhr
Mariss Jansons dirigiert Beethoven
Symphonie Nr. 5
arte
02.11 – 05:00 Uhr
Mariss Jansons dirigiert ein Galakonzert in Sankt Petersburg
Auf dem Programm:...
