Editorial November 2021
«Alles muss sich ändern, damit alles bleibt, wie es ist», wusste schon Guiseppe Lampedusa in seinem Roman «Der Leopard». Der Theaterverlag – Friedrich Berlin hat seit ein paar Wochen einen neuen Eigentümer, den Deutschen Fachverlag in Frankfurt und mich, Torsten Kutschke, als geschäftsführenden Gesellschafter. Die ersten Begegnungen waren aufregend und vielversprechend, sie waren keine Komödie und vor allem keine Tragödie. Und schon gar keine Oper – bei der am Ende alle sterben.
Michael Merschmeier als bisheriger Verleger hat uns aus verschiedenen Interessenten ausgewählt, um den Theaterverlag und damit die Zeitschriften «Theater heute», «Opernwelt», «tanz» und die «Bühnentechnische Rundschau» weiter in eine sichere Zukunft zu führen. Darauf sind wir stolz.
Haben wir am meisten Geld geboten? Nein! Haben wir einen 100 Tage-Plan mit 1000 Veränderungen präsentiert? Auch nicht! Aber was haben wir dann? Nach Einschätzung von Herrn Merschmeier haben wir eine Mischung «aus Seriosität und Enthusiasmus» an den Tag gelegt. Die wohl überzeugend gewesen sein muss.
So bringe ich es als neuer Verleger – ich weiß, große Schuhe, aber sie tragen sich von Tag zu Tag besser – in ...
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Opernwelt November 2021
Rubrik: Editorial, Seite 1
von Torsten Kutschke
Taiwan wirkt nicht auf den ersten Blick wie eine Oase der Oper. Doch der Schein trügt: Im vergangenen März, als die meisten Theater weltweit stillgelegt wurden, brachte das Nationale Kaohsiung Zentrum für Kunst und Kultur an der Südwestküste der Insel vier szenische Vorstellungen von Verdis «La traviata» auf die Bühne. Das schlicht-moderne Inszenierungskonzept der...
Ein Mann schlurft im graublauen Arbeitskittel auf die Bühne und stutzt angesichts des offenbar unerwarteten Publikums. Die Szene kennt man so ähnlich aus dem Theaterkabarettstück «Die Sternstunde des Josef Bieder», bei dem ein Requisiteur ungewollt zum Entertainer wird. Aber im Programmheft steht ausdrücklich: «Wenig Text in deutscher und englischer Sprache.» Und...
In einem Frankfurter Vorort irritiert das Plakat «Heimatboden statt Beton»: weniger wegen des Vorbehalts gegenüber dem Beton, der zur «Versiegelung» der Landschaft beiträgt (und somit auch zu manchen Überschwemmungs-Katastrophen), vielmehr des unbefangenen Umgangs mit nicht ganz unbelasteten Wörtern wie «Heimat» und «Boden» wegen, die zumindest im Zusammenhang mit...
