Idiomatisch

Australien spielt wieder: «Herzog Blaubarts Burg» beim Adelaide Festival, «A Midsummer Night’s Dream» in Sydney

Die meisten Opern handeln bekanntlich von der Liebe. In Benjamin Brittens «A Midsummer Night’s Dream» jedoch ist diese Liebe verzerrt, in Béla Bartóks Einakter «Herzog Blaubarts Burg» sogar sadomasochistischer Natur. Wie auch immer: Die Rückkehr zu Live-Aufführungen in Australien – beim Adelaide Festival und am Opernhaus von Sidney – geriet zu einer hochgradig emotionalen Erfahrung. Allerdings auf verschiedene Art und Weise.

Im «Blaubart» spielte das Orchester, wohl auch des kleinen Grabens in Sydney wegen, in stark reduzierter Besetzung und klang so doch recht monochrom, ja beinahe «schwarz-weiß»; die kräftigen Farben der Originalpartitur vermisste man schmerzlich. Unter Andrea Molinos aufmerksamer Leitung überzeugten lediglich die zart-lyrischen Passagen. Weil auch Regisseur Andy Morton der Handlung nichts weiter hinzuzufügen wusste als überflüssige Aktionen, oblag es den Sängern, für einige glanzvolle Momente zu sorgen. Was sie denn auch taten: Daniel Sumegi  in der Titelpartie und Carmen Topciu als Judith waren schlichtweg grandios.

Ein etwas anderes Bild in Adelaide: Neil Armfield zählt gewiss nicht zu den Regisseuren, die verzweifelt nach einem «Konzept» suchen. Seine ...

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Opernwelt Mai 2021
Rubrik: Magazin, Seite 61
von John Carmody

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