Turbulent

Gershwin: Porgy and Bess
WIEN | THEATER AN DER WIEn

In Wien gibt es eine Wels-Gasse, benannt ist sie nach Franz Wels, einem Pionier des Flugzeugbaus. Aber auch im Zusammenhang mit dem nämlichen Fisch ist sie an der Donau nicht ganz unbekannt, allerdings unter ihrem amerikanischen Namen Catfish Row, dem Schauplatz von George Gershwins «Porgy and Bess».

Bereits im Jahr 1952 hatte, von Marcel Prawy arrangiert, ein Tournee-Ensemble mit William Warfield und der jungen Leontyne Price mit diesem Stück an der Wiener Volksoper gastiert; 1965 brachte dann der «Opernführer» das Werk am gleichen Haus (wo er damals Dramaturg war) als Eigenproduktion heraus, wieder mit Warfield und mit Olive Moorefield als Bess. In einer Einführung zu diesem Werk erzählte Prawy damals auch die Story seines Schöpfers und Igor Strawinskys: Auf das Ansuchen des Amerikaners, beim Russen Unterricht zu nehmen, hatte sich dieser postwendend nach Gershwins Einkünften erkundigt und, als er deren Höhe erfuhr, geantwortet: «Möchte bei Ihnen Unterricht nehmen.»

Dass Gershwin seinen Kollegen aus dem Bereich der E-Musik an Popularität und hinsichtlich der pekuniären Mittel voraus war, lag am Phänomen des «Crossing-over», das der Sohn russisch-jüdischer Einwanderer perfekt ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt Dezember 2020
Rubrik: Panorama, Seite 45
von Gerhard Persché

Weitere Beiträge
Ambivalent

Die Lizenz zum Texttöten erstreckt sich längst auf das gesamte Repertoire, aber der «Fidelio» genießt bei Regie-Tyrannen immer noch einen hohen Rang, wenn es darum geht, einem Libretto den Garaus zu machen. Mit Beethovens epochaler Rettungs- und Befreiungsoper konnten sie alle etwas anfangen, Monarchisten anno 1814 und Demokraten anno 1848, Faschisten wie...

Tiefes Nichts

Da hat Peter Carp sicher recht. Dass Herbert Fritsch an seinem Haus inszeniert, sei auch «ein bisschen ein Nebeneffekt von Corona». Vermutlich wäre der Schauspieler, der als Theaterregisseur eine grandiose Spätkarriere hingelegt hat, in guten Zeiten an größeren Häusern beschäftigt. Andererseits ist sein Regiedebüt am Theater Freiburg überfällig; schließlich war...

Schein und Sein

Anno 1728, auf der einsamen Höhe seiner auf das Wesentliche fokussierten Kunst des Komponierens, lässt Händel die Tropfen des bitteren Kelches gleichsam in die Venen des Helden Tolomeo einsickern. Der wähnt sich dem selbst gewählten Gifttode ganz nah, als er in seiner Arie «Stille amare, già vi sento» fragt: «Wo bin ich, lebe ich noch?» Der einstige König von...