Wagner: Das Rheingold

Lübeck

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Eine ziemlich degenerierte Gesellschaft sind sie schon, diese Götter: Wotan, der ständig abwiegelnde smarte Schwächling; Fricka, sein moralinsaures Eheweib; Donner, der aufbrausende Hohlkopf; Froh, der eitle Fant.

Anthony Pilavachi arbeitet, zum Teil in zusätzlich eingefügten stummen Begegnungen, mit seinen Darstellern scharfe Charakterporträts heraus und führt sie in oft amüsantem szenischen Geplänkel zu einer Art Walhall-Soap zusammen, ohne dass es ihm und seinem Bühnenbildner Momme Röhrbein jetzt schon gelänge, einen greifbaren Ansatz zu einer interpretatorischen und optischen Gesamtkonzep­tion der Tetralogie deutlich werden zu lassen – wie sie etwa (um im norddeutschen Vergleichsbereich zu bleiben) Kirs­ten Harms vor einigen Jahren in ihrem Kieler «Ring» von Anfang an stringent hatte durchblicken lassen. Immerhin, Lübeck hat mit diesem «Rheingold» ein kurzweiliges musikalisches Fast-Boulevardstück im Programm mit überraschen­den Bild-Erfindungen (wie dem aus der «Götterdämmerung» vorweggenommenen Auftritt der Nornen oder dem realen Auftauchen des Schwertes Nothung zum ersten Erklingen seines Motivs), allerdings auch einem so danebengehenden Einfall wie dem der «kleinen Brünnhilde», die – blond gelockt und mit Schwanenflügelhelm – Erdas Warnung an Wotan zu süßlichem Kitsch verhilft.  ...

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Opernwelt November 2007
Rubrik: Kurz berichtet, Seite 49
von Gerhart Asche

Vergriffen
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Akzentuiert und ausgewogen

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