Aufgeräumt rustikal
Am 21. Mai 2017 noch einmal in Halberstadt
Die Wartburg thront bekanntlich im Thüringer Wald. Halberstadt hat ein anderes Mittelgebirge vor der Haustür, und das hat offensichtlich als Inspirationsquelle gedient für das Bühnenbild dieses Jubiläums-«Tannhäuser» anlässlich des 25-jährigen Bestehens des Nordharzer Städtebundtheaters Halberstadt-Quedlinburg: Nebelschwaden, einsames Boot auf dem See, wildromantischer Tann. Alles ist hier frisch und grün, so grün wie die Jagdjoppen des Landgrafen und seiner Ritter.
Regisseur Oliver Klöter und Bühnenbildnerin Andrea Kaempf präsentieren eine Inszenierung, bei der jeden Augenblick der röhrende Hirsch um die Ecke kommen könnte. Nur der Titelheld – Außenseiter, Künstler, Quertreiber – trägt einen modernen schwarzen Anzug.
Das 1949 eröffnete Halberstädter Haus, das zuletzt 2012 einen Wagner stemmte («Lohengrin»), ist eigenen Angaben zufolge das erste aus Trümmern errichtete Theater in Deutschland, die Akustik erbarmungslos klar. Der Klang bricht sich an den schräg gemauerten Ziegelsteinen, die Orchesterstimmen (koordiniert von Johannes Rieger) sind transparent geschichtet, deutlich auszumachen. Bei nur 35 Musikern kann so kaum ein mythisch wabernder Klangraum entstehen. Was wir hören, ...
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Opernwelt Mai 2017
Rubrik: Panorama, Seite 45
von Udo Badelt
Nicht nur Platz eins gebührte ihm mit «Arabella», gleich dreimal war Richard Strauss unter den zehn meistgespielten Opern zwischen 1933 und 1944 vertreten – mit «Daphne» auf Rang sechs und «Friedenstag» auf Rang neun. Im Rückblick gesehen neben Werner Egk der einzige Prominente – Rudolf Wagner-Régeny, Norbert Schultze (er schrieb immerhin «Lili Marleen») oder Mark...
Neun Meter, das ist viel. Zu viel. Man bräuchte den Hals einer Giraffe, um ganz bis nach oben zu gelangen, und selbst dann wäre es noch schwierig, den Gipfel dieser Vitrine zu erklimmen, über 90 Bibelbilder hinweg. So also bleibt in der gotischen Kreuzkirche der beeindruckte Blick hinauf zur Spitze des berühmten Zittauer Fastentuches, vollendet anno Domini 1472...
Der Mann, der sich Parsifal nennt, leidet an Realitätsverlust, was beim Patienten einer Nervenheilanstalt nicht überrascht. «Wie dünkt mich doch die Aue heut’ so schön», schwärmt er angesichts des jugendstilaffinen, aber kitschig-banalen Landschaftsbildes in Pastell, das da auf einen aus dem Schnürboden herabgefahrenen Hänger projiziert wird. Und der diensthabende...
