Mensch und Maschine
Die Schnittstellen zwischen Mensch und Maschine waren für das Musiktheater schon immer von allerhöchstem Interesse. Offenbachs genarrte Liebe des Dichters Hoffmann zur Puppe Olympia wäre zu nennen, auch d’Alberts «Golem»-Oper. In jüngerer Zeit weitete Steve Reich das Thema der Optimierung kreatürlicher Wesen mit «Three Tales» über das Klonschaf Dolly auf das Tierreich aus, Michael Nyman befasste sich in «Facing Goya» mit Gentechnik und spitzte die Spekulation politisch in Richtung Rassenwahn zu.
Das Klon-Thema spielte Jörg Widmann in «Das Gesicht im Spiegel» weiter durch, und im vergangenen November stellte die Berliner Komische Oper mit «My Square Lady» einen von Wissenschaftlern konstruierten, veritablen Humanoiden mit Namen Myon auf die Bühne. Wir wollen auch die Band Kraftwerk nicht vergessen, die bereits 1978 «Wir sind die Roboter» sang ...
Nun hat der norwegische Komponist Rolf Wallin gemeinsam mit dem britischen Librettisten Mark Ravenhill – hierzulande berüchtigt dank seines Theaterstücks «Shoppen & Ficken» – mit «Elysium» ebenfalls den Versuch eines Opern-Blicks in die Zukunft unternommen. Dass dieser biederer und kunstgewerblicher ausfällt als andere, ist in erster Linie ...
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Opernwelt Mai 2016
Rubrik: Panorama, Seite 54
von Regine Müller
Das erste deutsche Stadttheater stand in Ulm. 1781 wurde es eröffnet, im 19. Jahrhundert mehrmals umgebaut und erweitert, doch 1944/45 verglühte das Haus im Bombenhagel. Seit 1969 residieren die Ulmer Bühnen in einem markanten Neubau von Fritz Schäfer. Deshalb kann nun das Freiberger Theater am Buttermarkt von sich behaupten, der älteste kommunale Theaterbetrieb...
Für Susanne Elgeti streift Dieter Schnebel noch einmal den Talar über, richtet das geteilte Beffchen des reformierten Protestanten, hebt die Arme und spricht den Segen für eine imaginäre Gemeinde. Die Kirche ist leer, der Atem geht schwer. Vom «Friede Gottes» hören jetzt nur die Regisseurin und ihr Team. Gut so?, fragt der Blick des Pfarrers a. D. Der «Friede...
Ein Debüt kurz vor dem 80. Geburtstag, dann auch noch im erweiterten Kernrepertoire – doch, das gibt es, sogar bei Zubin Mehta. Giuseppe Verdis «Un ballo in maschera» hat er bislang nie im Rahmen einer szenischen Produktion dirigiert, bis jetzt, bis zur heftig bejubelten Heimkehr an sein früheres Haus. Und vielleicht muss man sich dabei auch nicht mehr, nach vielen...
