Gesucht: Glück

Puccini: La fanciulla del West London / English National Opera

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Trotz ihrer erfolgreichen Weltpremiere an der New Yorker Met im Jahr 1910 findet man Puccinis «Fanciulla del West» nur gelegentlich auf den Spielplänen. Umso erfreulicher, dass sich die English National Opera nach 50 Jahren nun erstmals wieder zu einer Produktion des Dreiakters entschlossen hat.

Und dass Richard Jones, sonst eher für ironische bis surreal-groteske Lesarten bekannt, die Geschichte mit seinem Ausstattungsteam – Miriam Buether (Bühne), Nicky Gillibrand (Kostüme) und Mimi Jordan Sherin (Licht) – weitgehend originalgetreu und geradlinig vor dem Hintergrund des amerikanischen Goldrausches um 1849 inszeniert hat. Ein Plus auch die neue, gewitzt-freche Textfassung von Kelley Rourke.

Ein weiterer Glücksgriff ist die Besetzung: Susan Bullock gelang nicht zuletzt dank ihrer reifen Ausstrahlung ein einfühlsames und überzeugendes Porträt der Schankwirtin Minnie – einer Frau, die es versteht, dem Ganoven Johnson nicht nur erbaulich ins Gewissen zu reden, sondern auch seine romantischen Gefühle zu wecken. Im ersten Akt stimmlich noch etwas verhalten, fand Bullock dann zu vokaler Bestform, erfüllte ganz und gar die Rolle der frommen Heldin, die den Geliebten vom kriminellen Pfad ...

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Opernwelt Dezember 2014
Rubrik: Panorama, Seite 44
von George Hall

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