Der Tod am Dom

In Erfurt modeln Peter Lund und Wolfgang Böhmer Hofmannsthals «Jedermann» zu einer gut gemachten Rock-Oper um

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Es bietet sich ja wirklich an. Mit großer Geste schwingt die Treppe den Berg hinauf, wie von Skylla und Charybdis flankiert, vom Dom links, von der Sankt Severi Kirche rechts. Man muss schon blind sein, um die Eignung dieses Ortes als Bühne nicht zu erkennen.

Schon wenige Jahre nach der Wende, 1994, hat das Theater Erfurt damit begonnen, hier im Sommer die «Domstufenfestspiele» zu veranstalten. Um Fläche zu gewinnen, werden Podeste auf den Stufen montiert, die den Stein täuschend echt nachahmen.

Regelrechtes Musiktheater gab es ­anfangs eher selten zu sehen, dafür «Carmina Burana» oder Haydns «Schöpfung». Der Schritt zur Oper wurde 2002 getan mit Werner Herzogs Inszenierung von «Der fliegende Holländer». Intendant Guy Montavon übernahm das Ruder ein Jahr später und führte sich mit Strauss’ selten gezeigtem «Friedenstag» ein. Am Erfurter Theater, gleich hinter dem Domberg, präsentiert Montavon seither einen erfolgreichen Mix aus Populärem, Unbekanntem und Uraufführungen, in der Spielzeit 2014/15 etwa «Das schwarze Blut» von François Fayt oder Giordanos «Andrea Chénier».

Diesen Sommer hat Montavon für die Domstufen ein Stück ausgewählt, bei dem nichts schiefgehen kann: Hofmannsthals ...

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Opernwelt September/Oktober 2014
Rubrik: Magazin, Seite 100
von Udo Badelt

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