Zwischen Wort und Musik

Gefragt wie nie: In diesem Jahr spielen zehn Opernhäuser Werke des Komponisten Peter Eötvös

Er sieht sich noch «ganz am Anfang» seines Opernschaffens – und muss sich doch seine Zeit sehr gut einteilen zwischen Weiterarbeit an bestehenden Stücken und neuen Werken. Fragen an den ungarischen Komponisten Peter Eötvös, dessen «Tragödie des Teufels» in diesem Monat an der Bayerischen Staatsoper uraufgeführt wird.

Herr Eötvös, im vergangenen Jahr haben Sie Ihre «Angels in America» für Frankfurt neu orchestriert, jetzt sind Sie zu Proben der «Drei Schwestern» in Koblenz: Geht die Arbeit an Ihren Stücken immer weiter?
Ja und nein.

«Drei Schwestern» war meine erste Oper – und das einzige Werk, das ich eigentlich als fertig empfinde. An allen anderen Werken arbeite ich stetig weiter und ändere für neue Produktionen, wenn andere Orchestrierungen Sinn machen oder Szenen wegfallen oder hinzukommen sollen.

Ursprünglich hatten Sie die Titelpartien der «Drei Schwestern» für Countertenöre geschrieben – in Koblenz übernehmen Sie, wie auch schon in früheren Produktionen, Sängerinnen. Wie verändert dieser Wechsel das Stück?
Die «Drei Schwestern» handeln vom Gefühl des Abschiednehmens – und zwar nicht nur von Frau und Mann, sondern viel allgemeiner. Diese Abstraktion erreichen Männerstimmen – ...

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Opernwelt Februar 2010
Rubrik: Interview, Seite 67
von Claus Ambrosius

Vergriffen
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