Zweifelhafter Gewinn

Bern, Verdi: La forza del destino

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In Verdis 1862 für St. Petersburg komponierter Oper «La forza del destino» macht das Schicksal Überstunden. Gleich zu Beginn löst sich aus der Pistole des Mes­tizen Alvaro unbeabsichtigt ein Schuss und trifft den Marchese di Calatrava tödlich. Dem Fluch des Sterbenden fallen – nach einer Kette von absurden Fügungen des Schicksals – im Schlussbild nacheinander sein Sohn Don Carlo und seine Tochter Leonora zum Opfer. Am Ende gibt Alvaro, der unglückliche Auslöser der chao­tischen Verstrickungen, sich selbst den Tod.

Vor den herbei­eilenden Mönchen des Klosters, in das der Friedlose sich zurückgezogen hat, bezeichnet er sich als Abgesandter der Hölle, verflucht die Menschheit und stürzt sich in eine Schlucht. Den entsetzten Mönchen bleibt angesichts dieser Unausweichlichkeit des Schicksals nur ein ohnmächtiges «Orrore! Pietà, Signor!».
Zwei Morde und ein Selbstmord auf offener Bühne – finsterer, auswegloser und verstörender endet keine andere Oper Verdis. Verständlich, dass das Werk trotz seiner bis zum Frivolen ausgereizten Kloster-, Lager- und Wirtshausszenen beim zeitgenössischen Publikum durchfiel – eine Abwehrhaltung, der Verdi für die Aufführung an der Mailänder Scala 1869 mit ...

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Opernwelt Juni 2006
Rubrik: Panorama, Seite 42
von Uwe Schweikert

Vergriffen
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