Zweifelhafter Gewinn
In Verdis 1862 für St. Petersburg komponierter Oper «La forza del destino» macht das Schicksal Überstunden. Gleich zu Beginn löst sich aus der Pistole des Mestizen Alvaro unbeabsichtigt ein Schuss und trifft den Marchese di Calatrava tödlich. Dem Fluch des Sterbenden fallen – nach einer Kette von absurden Fügungen des Schicksals – im Schlussbild nacheinander sein Sohn Don Carlo und seine Tochter Leonora zum Opfer. Am Ende gibt Alvaro, der unglückliche Auslöser der chaotischen Verstrickungen, sich selbst den Tod.
Vor den herbeieilenden Mönchen des Klosters, in das der Friedlose sich zurückgezogen hat, bezeichnet er sich als Abgesandter der Hölle, verflucht die Menschheit und stürzt sich in eine Schlucht. Den entsetzten Mönchen bleibt angesichts dieser Unausweichlichkeit des Schicksals nur ein ohnmächtiges «Orrore! Pietà, Signor!».
Zwei Morde und ein Selbstmord auf offener Bühne – finsterer, auswegloser und verstörender endet keine andere Oper Verdis. Verständlich, dass das Werk trotz seiner bis zum Frivolen ausgereizten Kloster-, Lager- und Wirtshausszenen beim zeitgenössischen Publikum durchfiel – eine Abwehrhaltung, der Verdi für die Aufführung an der Mailänder Scala 1869 mit ...
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Das Debüt ist lange her. Vor sechsundzwanzig Jahren dirigiert Daniel Barenboim den «Tristan» zum ersten Mal: an der Deutschen Oper Berlin, wenig später dann in Bayreuth. Damals waren viele, nicht nur im Orchester, skeptisch. Würde ein weltberühmter Pianist, der zwar das Orchestre de Paris leitete, aber wenig Opernerfahrung hatte, das wirklich hinkriegen?...
«Die Rezitative sind zwar musikalisch nicht außergewöhnlich, literarisch sind sie aber von erster Güte. Auch nur ein Wort zu streichen, wäre ein barbarischer Akt. Die musikalischen Schwächen können durch einen vollendeten Vortrag wettgemacht oder durch ‹Retuschen› behoben werden. Die erstere – eine Notwendigkeit – ist Aufgabe der Sänger, die zweite – eine...
Es dauert noch etwas, bis der auf Vorschuss verliehene Titel «Bayerisches Staatstheater» im fränkischen Nürnberg wirklich eingelöst wird. Doch der neue Name schmückt schon mal das Haus, auch wenn der Freistaat erst 2009 die Hälfte der Subventionen übernimmt, die bis dahin weiter mehrheitlich aus der klammen Stadtkasse kommen. Oberbürgermeister Ulrich Maly hatte...
