Zwei Welten

Mozart: Die Zauberflöte am Pfalztheater Kaiserslautern

Opernwelt - Logo

Zum Ziele führt dich diese Bahn – nur wo geht es lang? Über ein großes Buch gebeugt, streiten die Knaben der Weisheit über den richtigen Weg. Wo der sich befindet, scheint in Pamela Recinellas Inszenierung der «Zauberflöte» niemand so recht zu wissen. Schon gar nicht die «Eingeweihten» in Sarastros Reich, die, ein Buch in der Hand, taumelnd ihre Kreise drehen wie in einem Gefängnishof. Immer wieder bricht einer zusammen. Ihre weißen Gewänder sind von verdächtig vielen Grautönen durchzogen.

Die Suche nach Erkenntnis – welches Thema könnte in Zeiten von Fake News und «alternativen Wahrheiten» aktueller erscheinen? Der Ansatz der Regisseurin verspricht spannend-neue Perspektiven. Als zentrales Symbol beherrschen schwarze und weiße Bücher die Bühne. In der Ouvertüre liest die Königin der Nacht ihren Kindern aus einem selbstverfassten Buch vor, bis Sarastro die Idylle sprengt: Er zerreißt die Seiten und entführt die Tochter, um sie vor der gefährlichen Lektüre zu schützen. Auf der von Jason Southgate gestalteten Bühne aus verschiedenen Reihen milchig transparenter Vorhänge absolvieren Tamino und Papageno ihre Prüfungszeit in sargähnlichen Kisten, die überdimensionalen Büchern gleichen. ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt Februar 2024
Rubrik: Panorama, Seite 41
von Silvia Adler

Weitere Beiträge
Mittelwege

Anders als Schubert und Schumann hat der Liederkomponist Brahms keinen wirklichen Zyklus geschrieben, wenn man als Bedingung der Form eine lineare Dramaturgie voraussetzt. Am nächsten ist er ihr noch mit den «Romanzen aus Ludwig Tiecks Magelone» op. 33 gekommen. Die Texte der fünfzehn sukzessiv in den Jahren 1861 bis 1868 entstandenen und in fünf Einzelheften...

«Gute Kunst ist immer aktuell»

Herr Gerhaher, der Bühnenverein hat vor einiger Zeit mitgeteilt, dass Theater und Konzertsäle über 80 Prozent Auslastung melden, manche Häuser sprechen sogar von weit über 90 Prozent. Ist die Krise ist überwunden?
So etwas hört man. Die Frage ist nur, wie belastbar diese Zahlen sind. Es könnte ja auch bedeuten, dass viele kommen – aber manche nicht zahlen müssen....

TV, Streams, Kino 2/24

alpha
18.02. – 21.45 Uhr
BR-Klassik: Herbert Blomstedt dirigiert Herbert Blomstedt leitete am 12. Juni 2015 das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks mit Ludwig van Beethovens 4. und Carl Nielsens 5. Symphonie. Im Herkulessaal der Münchner Residenz zog der damals 87-jährige Dirigent mit seiner Interpretation voller Verve, Virilität und Elan das Publikum in...