Zurück zu den Wurzeln
Die erste Spur des viel behandelten Elektra-Stoffes findet sich in einem «Orestie»-
Poem des Stesichoros aus dem sizilianischen Himera. Der Dichter starb etwa 555 vor Christus in Katane, dem heutigen Catania. Ein Platz und eine Marmorbüste erinnern heutige Besucher daran, dass die Tragödie des Sophokles und das von Hofmannsthal für Strauss geschriebene Libretto sich, so gesehen, auch mit der Geschichte Siziliens berühren. Die arabischen, christlichen und andere Schichten dieses Genius Loci gingen einem noch durch den Kopf, als der Dirigent Will Humburg den Taktstock hob.
Humburg setzte die Impulse mit superber, souveräner Strauss-Kompetenz. Alle Farben, alle Instrumentalgruppen (Harfen, Streicher, Schlagwerk) waren brillant aufeinander abgestimmt, die klanglichen Finessen der Partitur kamen in seltener Prägnanz zur Geltung. Das gilt zumal für die Begleitung der Stimmen. Aber auch für die aufrauschenden, die Grenzen der Tonalität streifenden Orchester-Tutti, die wie gewaltige Granitblöcke wirkten.
Davon profitierten zumal Janice Baird, die Elektra, und Elena Nebera, die Chrysothemis der Aufführung: Sie erhielten den Löwenanteil des rund 20 Minuten langen Schlussjubels. Ebenso ...
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