Zukunftswerkstatt?
Eines verbindet die drei neuen Kammeropern, die das Opera Forward Festival dieses Jahr zeigte: In den Libretti wimmelt es nur so von Schimpfwörtern. Der Schriftsteller Douglas Adams erfand für sein «Hitchhiker»-Universum einst eine Drehbuch-Auszeichnung für «den überflüssigsten Gebrauch des Wortes fuck. Gäbe es einen solchen Preis – hier sind drei Kandidaten.
Eigentlich befassen sich Mohammed Fairouz’ «The New Prince», Moritz Eggerts «Caliban» und Calliope Tsoupakis «Fortress Europe» mit den drängendsten Fragen unserer Zeit: Immigration, Kolonialismus, Vertreibung, überhaupt Angst vor dem Anderen. Dabei stellen sie unfreiwillig die große Hilflosigkeit im Umgang mit diesen Fragen aus – indem sie von einem Klischee ins nächste stolpern. Das Ergebnis ist im besten Fall bevormundend. Und im schlimmsten total daneben.
Ein eleganter Gang durchs Minenfeld gelingt einzig «And You Must Suffer», einer Koproduktion des Festivals mit dem Belgischen Theaterkollektiv Transparent. Musikalische Qualität garantiert Bachs «Johannespassion» – doch auch die Ergänzungen von Annelies Van Parys und Samir Odeh-Tamimi zeichnen sich durch eben die Frische, Tiefe und Vielschichtigkeit aus, die den anderen ...
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Opernwelt Mai 2017
Rubrik: Im Focus, Seite 20
von Shirley Apthorp
Manchmal, meist unerwartet, passiert das. Die Welt hält inne. Hört nur noch nach innen, lauscht dem feinen Wispern der Seelen, das der Lärm draußen für gewöhnlich übertönt. Das fis-Moll-Duett «Io t’abbraccio» könnte ein solcher Moment sein. Kaum ein Stück Händels ist derart zerbrechlich wie dieses «Larghetto». So berührend schön in seinem Schmerz. Zwei Liebende...
Nun also Monteverdi. Es ist ein Leichtes, sich über die Mechanik von Gedenkjahren zu mokieren. Gleichwohl können solche Jubiläen ihren Sinn haben. Sie erlauben neue Perspektiven, bisweilen sogar Neubewertungen.
Claudio Monteverdi wirft auch 450 Jahre nach seiner Geburt in Cremona viele Fragen auf. Wie spielen? Wie inszenieren? Wie mit den weißen Flecken in seiner...
Kleines Quiz für große Opernfreunde: Bitte nennen Sie drei schwedische Musikdramen! Oder wenigstens einen schwedischen Komponisten! Unlösbare Aufgabe? Keine Schande, dem Land der Mitternachtssonne fehlt, anders als seinen nordischen Nachbarn, tatsächlich der Nationalkomponist – es gibt zu viele Anwärter. In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts trug Kurt Atterberg...
