Zu Unrecht vergessen
Rossini hat ihn, unwillentlich, sein ganzes Leben lang verfolgt und schließlich aus dem Gedächtnis der Nachwelt verdrängt. Heute ist Carlo Coccia (1782-1873) allenfalls noch eine Fußnote der Operngeschichte. Dabei war der aus Neapel stammende Schüler Giovanni Paisiellos eine Zeit lang außerordentlich erfolgreich. Seine 1815 in Venedig uraufgeführte «Clotilde» hielt sich drei Jahrzehnte auf den Spielplänen und wurde sowohl an der Mailänder Scala wie an der Pariser Opéra nachgespielt.
Doch das schon zu dieser Zeit ausbrechende Rossini-Fieber veranlasste Coccia, seine Zelte anderswo aufzuschlagen, und so kam er über Lissabon ans Londoner Haymarket Theatre, wo er dann die Ehre hatte, Rossini-Opern zu dirigieren. Später ließ er sich in Novara nieder und widmete sich überwiegend der Komposition geistlicher Musik. Nach dem Tod des Rivalen durfte er dann für das von Verdi und Boito initiierte «Requiem für Rossini» das «Lagrimosa» schreiben.
Dass Coccia wohl zu Unrecht in Vergessenheit geraten ist, lässt die jetzt in Novara neu belebte Semiseria «Clotilde» ahnen, ein kleines Meisterwerk. Das Libretto Gaetano Rossis variiert alte Märchenmotive, wobei es auffällige Parallelen zum ...
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