Zeitengewitter

Die Wiener Volksoper setzt sich mit der eigenen Vergangenheit im Nationalsozialismus auseinander, das Theater Ulm entdeckt die Harmlosigkeit von Franz Lehárs «Giuditta» – und Regensburg mit «Der Prinz von Schiras» das Operettenwunderkind Joseph Beer

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Bereits 2018 hatte die Wiener Volksoper ein Buch herausgebracht: «Ihre Dienste werden nicht mehr benötigt». Die Autorin Marie-Theres Arnbom zeichnet darin das Schicksal all der, zumal jüdischen Künstler nach, die das Haus nach dem «Anschluss» Österreichs an das Deutsche Reich im Jahr 1938 verlassen mussten, festgemacht an der Operette, die auf dem Spielplan stand, als die Nazis in Wien einmarschierten: «Gruß und Kuß aus der Wachau», vertont von Jara Beneš.

Viele emigrierten kurz danach in die Neue Welt oder, häufiger, nach Lateinamerika, andere schafften es nicht mehr und wurden im KZ ermordet.

An der Volksoper durften sie jetzt zumindest fiktiv noch einmal für einen Abend an ihre Bühne zurückkehren, in einem Stück des niederländischen Autors und Regisseurs Theu Boermans, das wiederum auf dem Buch basiert: Mit großem Ensemble wird Beneš’ Operette, im Premierendatum um einige Wochen vorverlegt, in einer Proben -situation gezeigt. Die junge israelische Dirigentin und Komponistin Keren Kagarlitsky hat den erhaltenen Klavierauszug nach allen Regeln der Genrekunst neu instrumentiert, streut daneben Kompositionen von jüdischen Komponisten wie Mahler, Schönberg und Ullmann ein und ...

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Opernwelt Februar 2024
Rubrik: Im Fokus, Seite 12
von Michael Stallknecht

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