Zauberschön!

Strauss: Ariadne auf Naxos am Theater Magdeburg

Opernwelt - Logo

Der englische Regisseur James Bonas feiert mit «Ariadne auf Naxos» in Magdeburg (man spielt die spätere, mit einem langen «Vorspiel» bestückte Fassung) sein Deutschland-Regiedebüt. Und er darf gerne, sehr gerne wiederkommen! Das «Vorspiel» inszeniert Bonas auch als solches, lässt die Sängerinnen und Sänger (nebst Schauspielerin Susi Wirth als rauchig-genervtem Haushofmeister) vor dem «Eisernen» spielen. Da wird der lustig verkniffene Musiklehrer (Marko Pantelić) sofort nach Erscheinen mit Rosen beworfen. Diese wiederum werden von einem Bühnenarbeiter schnell entsorgt.

Und Emilie Renard ist ernsthaft «investiert», wenn sie/er sich wirklich Sorgen um das Gelingen seiner ernsten Oper macht. Renard singt – hier noch (schlau!) unübertitelt – mit klarster Diktion, mit der Unschuld einer Knabenstimme und rührt sogleich das Herz. Arnold Bezuyen als «Der Tenor» ( just letzten Sommer als Mime zu Gast bei den Bayreuther Festspielen) tritt kurz auf, ist aber auch (erst einmal) schnell wieder weg, Soojin Moon-Sebastian (erst drei Tage vor der Premiere eingesprungen) kommt als Ariadne im Bademantel, noch ungeschminkt aus der Maske und regt sich über die Zustände hinsichtlich der ungeklärten ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt April 2023
Rubrik: Panorama, Seite 52
von Arno Lücker

Weitere Beiträge
Das Feuer glimmt schon

Genieflammen zucken da und dort […] Wenn Mozart nicht eine im Gewächshaus getriebene Pflanze ist, so muss er einer der größten Komponisten werden, die jemals gelebt haben.» Dies prophezeite der streitbare, selbst komponierende Journalist und Dichter Christian Friedrich Daniel Schubart 1775 in seiner «Deutschen Chronik» nach der Münchner Uraufführung von Mozarts «La...

Intensitäten

Francis Poulencs vierzigminütiger Monolog «La voix humaine» ist eine Tour de force für eine Sopranistin. Auf der Szene dieser 1959 an der Pariser Opéra-Comique uraufgeführten dritten und letzten Oper des großen französischen Lyrikers steht nur eine einzige Person, eine namenlose, «Elle» («Sie») genannte junge Frau. Ihr Geliebter hat sie verlassen. In einem...

Feuer im Eis

Leise rieselt der Schnee. Unablässig, dichter und dichter werdend, eine Stunde lang. Die Figuren müssen sich in dieser Winterlandschaft vorkommen wie der brave Hans Castorp aus Thomas Manns «Zauberberg», der sich bei einem Ausflug ins Gebirg’ zusehends verirrt und von den Schneemassen fast zugeschüttet wird. Eine Grenzerfahrung birgt auch Romeo Castelluccis...