Wunderkammer, Zauberwürfel

20 Jahre «Internationaler Ring Award» für Regie und Bühnengestaltung: Die Finalisten des Wettbewerbs 2017 stehen fest

Graz, Mitte Januar. Die Studiobühne des «Next Liberty» gegenüber vom Opernhaus ist aufgeschäumt mit Konzeptionszeichnungen, Figurinen, Guckkastenmodellen zum «Ring-Award 2017». Die elf Teams, die aus ursprünglich 90 für das Semifinale ausgewählt wurden, suchen Bestätigung für ihre szenischen Exegesen von Donizettis «Don Pasquale». Ganz vorne rechts ein Bühnenbild, das einen Hörsaal für Neurochirurgie suggeriert: Prospekte mit Querschnitten durchs menschliche Gehirn sowie Tafeln von Rorschach-Tests.

Davor zwei etwas verwirrt wirkende Damen, die uns, da wir gleich daneben stehen, um Erklärung bitten. Das Stück sei hier wohl als psychopathologische Analyse und Heiltherapie eines sich allzu sehr als Jüngling fühlenden und dadurch zum Gespött werdenden älteren Mannes ausgelegt, mutmaßen wir. Zögerlich fragt die eine, warum denn nicht alles so sein könne, «wie’s damals im Büchel stand». In diesem Wettbewerb gehe es ja eben darum, Oper als lebendig, frisch und aktuell zu präsentieren. Die Damen danken lächelnd, Nostalgie im Blick. Die Zeit ist ein sonderbar’ Ding.

Es scheint ja auch gerade erst gestern gewesen zu sein und ist doch schon 22 Jahre her, dass Heinz Weyringer, ...

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Opernwelt März 2017
Rubrik: Magazin, Seite 80
von Gerhard Persché