Feuer und Eis

Ein Plädoyer für Ernst Krenek und die unbedingte Aufführbarkeit eines faszinierend dialektischen Opernmodells im Zeichen der «Verwandlung»

Rätselhafte Annäherungen. «Es gibt keine richtigen Opern mehr.» Das sagt kess Aminta (Mezzosopran, zunächst mit einem Psychoanalytiker liiert) zu ihrem neuen Freund, dem Dichter Carlo Murbrunner (Tenor: was sonst?), in der zehnten Szene des zweiten Aktes der Oper «Das kommt davon oder: Wenn Sardakai auf Reisen geht». Auch der vorangegangene Satz von Carlo hat es in sich: «Das kommt davon, wenn man die falsche Oper spielt.

» Was, Sie kennen die Oper nicht, in welcher der nächste Satz von Carlo und Aminta lautet: «Was bleibt uns beiden übrig, als zusammen zu bleiben?» Das Werk entsteht zwischen 1967 und 1969 und trägt die Opuszahl 204. Der Komponist? «Vorhang auf!», heißt es vor der ersten Szene eines seiner Stücke, mehr als vierzig Jahre davor entstanden, mit der Opuszahl 21. Der Schöpfer selbst ist da gerade zwei Jahre älter. Und an einem 23. August um 7.30 Uhr ist er auch geboren, getauft von einem Militärkaplan der Kaserne Rossau, was sich für das Reiche umspannende Wien von 1900 so gehört.

Opus 21. «Orpheus und Eurydike». Besuchen Sie im Februar 2010 trotz aller angebrachten Skepsis vor der Ankündigung «Konzertante Aufführung mit Szene» (klingt wie «Fischgericht mit Schuppen») ...

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Opernwelt Jahrbuch 2009
Rubrik: Wiederentdeckung des Jahres, Seite 42
von Wolfgang Willaschek

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