Wichtige Sängerinnen und Sänger der Saison

Eine «glänzende Charakterstudie» lieferte Matthias Klink nicht nur als «verklemmt-arroganter» Dichter in Philippe Boesmans’ Schnitzler-Oper «Reigen» (auf dem Foto mit
Melanie Diener; OW 6/2016). An seinem Stuttgarter Stammhaus gab er in Strauss’ «Salome» einen Herodes von zwingender Intensität: ausgefeilt das Spiel, klangschön, deklamatorisch, «ohne karikaturistische Überzeichnung» die Gestaltung der heiklen Partie (OW 1/2016). In Köln gastierte er als Karl von Valois in «Jeanne d’Arc» von Walter Braunfels (OW 4/2016).

Von einer «Debüt-Sensation» war in OW 7/2016 die Rede, nachdem Piotr Beczala an der Dresdner Semperoper seinen ersten Lohengrin gesungen hatte. Von einem «Musterstilisten, der seine Lektionen bei Nicolai Gedda und Richard Tauber gelernt hat». Eine bessere Partie hätte sich Anna Netrebko für ihre Elsa-Premiere schwerlich wünschen können.

In Zürich wagte sich Markus Brück als Verdis Macbeth in Extreme: süchtig liebend, das Innerste entäußernd, «brüchig» und explosiv – ein «wahnsinniges Rollendebüt» (OW 6/2016).

Sie war der «strahlende Mittelpunkt» der Stuttgarter «Puritani»: Ana Durlovski zeigte als Elvira «nicht nur die Technik, sondern auch die vokale Fantasie, um ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt Jahrbuch 2016
Rubrik: Bilanz des Jahres, Seite 110
von

Weitere Beiträge
Durchgeknallt

Ein König, der von einem Wurzel­gemüse entthront wird. Ein Sexualverbrechen inmitten von Marien-Mystik. Heiner Müller in den Ruinen Europas. Schrille Stoffe, an die sich schon lange niemand mehr traute. Aber nun hat die Opéra de Lyon Offenbachs «Le Roi ­Carotte» (1872) heiter eingedampft, das Theater Freiburg Wolf-Ferraris Neapel-Thriller «Der Schmuck der Madonna»...

Bässe wachsen nicht auf Bäumen

Köln, 1972. Sein erster Regisseur, Jean-Pierre Ponnelle, wäre ihn am liebsten losgeworden. Weil sich der junge Finne, mit der deutschen Sprache auf Kriegsfuß, während einer «Zauberflöten»-Probe verhaspelte. Doch dann blieb Matti Salminen acht Jahre am Rhein. Seit 1984 ist die Oper Zürich sein Stammhaus – freilich eines, das ihn stets ziehen ließ, wenn seine satte,...

Kunst und Kult

Konzerthaus Dortmund. Teodor Currentzis probt Purcells «Indian Queen». Im September tourt er damit durch Europa. 20 Minuten lang arbeitet er mit dem Countertenor Ray Chenez an einer einzigen Phrase. Singt vor, erklärt Bögen und Betonungen, dünnt das Continuo aus, wiederholt. Für solch zeitraubende Detailarbeit ist der Probenfanatiker berühmt und berüchtigt. Das...