Wichtige Aufführungen und Persönlichkeiten der Saison
Wichtige Aufführungen der Saison
Wenn Peter Konwitschny sich in Dortmund den ganzen «Ring» vornimmt, dann scheinen die Zweifel derjenigen, die «zu viel Wagner» in diesen Zeiten ausgemacht haben, wie von Siegfrieds Blasebalg weggepustet. Konwitschny konzentriert sich in seiner meisterhaften Lesart vor allem auf Wotan als einen «Gottvater», der machtvoll drängt – und doch zugleich längst abgemeldet ist.
Und: «Wotans Bungalow entspricht, was die Aufteilung des Interieurs angeht, eins zu eins der Hunding’schen Hütte, ist aber modern-mondän, man könnte sagen: großbürgerlich (über den Geschmack der Innenarchitektur indes ließe sich trefflich streiten).» (OW 07/2022)
Das musiktheatralische Schaffen des 1953 in Graz geborenen Georg Friedrich Haas stand zuletzt an verschiedenen Häusern im Fokus der Aufmerksamkeit. An der Bayerischen Staatsoper zeigte Claus Guth Haas’ «Bluthaus». Liebe, Tod und die sich daraus entspinnenden Konflikte sind Ingredienzien dieser weithin hochgelobten Produktion. «Durch den Einheitsbetonraum von Étienne Pluss spuken Werner und Natascha Albrecht als graue Geister, die ihre Tochter nie mehr los wird, umher. […] Und als es an die tödlichen Messerstiche geht, mit ...
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Opernwelt Jahrbuch 2022
Rubrik: Bilanz des Jahres, Seite 66
von
Kein anderer Schriftsteller ist auf der Opernbühne so präsent wie E.T.A. Hoffmann, aber nicht mit einem eigenen Werk, sondern als Titelheld von Jacques Offenbachs doppelbödiger Opéra fantastique «Les Contes d’Hoffmann», die zu den populärsten Stücken des Musiktheaters gehört. Den wenigsten Zuschauern dieser genial doppelbödig zwischen Fantasie und Realität...
Natürlich konnte dies kein Interview werden. Weil Kirill Petrenko es bekanntlich ablehnt, sich dem Duett mit einer Journalistin oder einem Journalisten auszusetzen. Dabei folgt er gar nicht dem Diktum Wolfgang Rihms, Musik sei «überhaupt nicht besprechbar». Rihm selbst verstößt ja ständig und wortgewaltig gegen dieses selbst erklärte Naturgesetz, und auch ein...
Seltsam, dieser Beginn. Vertraut man leichtgläubig und naiv auf die drei vorgezeichneten Kreuze und liest man den Text, käme als Tonart eigentlich nur A-Dur in Frage – und ein optimistischer Gestus. «Im wunderschönen Monat Mai», das klingt nach ungehemmter, frühlingshafter Vorfreude. Doch schon die Spiel- und Singanweisung «Langsam, zart» deutet vorsichtig an, dass...
