Wichtige Aufführungen des Jahres

Was hier Mensch ist und was Tier, wer Mann und wer Frau, bleibt in dämonischem Dunkel. Normales Maß gilt nicht mehr in dieser Todeslandschaft. «Kalter Glanz» fällt auf «Vogelleichen», aus deren ­Grabhügel ragt «eine Menschenhand». Barrie Kosky und Teodor Currentzis gelang in Zürich ein im Wortsinn atemraubender «Macbeth» (OW 6/2016).

Eine exemplarische Produktion: Peter Konwitschny hielt in Salzburg Rihms «Eroberung von Mexico» folklorefrei – im Sinne des Komponisten. «Clash der Kulturen, ...

Kampf der Geschlechter, ... Wunsch und Wirklichkeit, Witz, Wahnsinn und Wahrheit» – die Motive des Stücks in scharfsinnlicher Balance. Am Pult stand Ingo Metzmacher (OW 9-10/2015).

Er kann noch so viele Noten schreiben, Tschaikowsky bleibt auf sich selbst zurückgeworfen. «Die Idee mit dem Komponisten, der im eigenen Stück auftritt», hat Stefan Herheim schon mehrfach erprobt. Doch «so virtuos, so schlüssig» wie im Fall der von Mariss Jansons souverän dirigierten «Pique Dame» in Amsterdam «ist die Verblendung von Libretto und Realgeschichte, Fiktion und Biografie noch nie aufgegangen» (OW 8/2016). 

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Opernwelt Jahrbuch 2016
Rubrik: Bilanz des Jahres, Seite 118
von

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Mitten im Nirgendwo

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