Wer war Monteverdi?
Nun also Monteverdi. Es ist ein Leichtes, sich über die Mechanik von Gedenkjahren zu mokieren. Gleichwohl können solche Jubiläen ihren Sinn haben. Sie erlauben neue Perspektiven, bisweilen sogar Neubewertungen.
Claudio Monteverdi wirft auch 450 Jahre nach seiner Geburt in Cremona viele Fragen auf. Wie spielen? Wie inszenieren? Wie mit den weißen Flecken in seiner musikalischen Biografie umgehen? Der größere Teil seiner musiktheatralischen Kompositionen ist verloren.
Die drei überlieferten Opern liegen nicht nur chronologisch weit auseinander: einerseits «L’Orfeo» von 1607, eine Odysseus- und eine Nero-Oper aus den frühen 1640er- Jahren andererseits. Was bedeuten diese Werke für die Oper ihrer Zeit?
Wie üblich geht die Gedenkindustrie im Jahre 2017 aufs Ganze – nun ja: vermeintlich Ganze, nämlich das Ergebnis zufälliger Überlieferung. Das 1792 eröffnete, also gerade einmal halb so alte Teatro La Fenice in Venedig präsentiert im Juni diese drei Werke als Zyklus – unter John Eliot Gardiner. Im Sommer übernehmen die Festivals in Salzburg und Luzern, im September die Berliner Philharmonie das Paket. Was im Paket steckt, ist unklar. Venedig wirbt mit zwei Regisseuren: Elena Rooke – und ...
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Opernwelt Mai 2017
Rubrik: Magazin, Seite 78
von Anselm Gerhard
Es geht ihm durchaus um Schönheit, Wahrheit, musikalische Logik, nicht jedoch um Konsens und Konsum. Lange haftete Helmut Lachenmann das Etikett des Zerstörers, Verweigerers, des «Geräuschkomponisten» an. Noch bei der Uraufführung seines «Mädchens mit den Schwefelhölzern» 1997 in Hamburg polemisierte der «Spiegel» unverhohlen. Inzwischen wurde das Stück in ganz...
Für sein Janáček-Projekt «Das schlaue Füchslein» war der junge Brüsseler Regisseur Christophe Coppens (er zeichnet auch für die Kostüme und, zusammen mit einem Architektenteam, für die Bühnenherrichtung) auf eine aktuelle Ausweichspielstätte des renovierungsbedürftigen Stammhauses verwiesen. Die Bezeichnung «Palais Tour & Taxis» klingt zwar klassisch-feudal, aber...
Auf dem Cover eine frech-barocke Heroine: Das lässt auf lebendigen Inhalt schließen – und die Erwartung erfüllt sich. Selten wird Wissen, oft auch Grundlagenwissen, zur Oper so farbenfroh dargeboten wie in diesem Taschenbuch. Ein erster Abschnitt klärt Basisfragen: Aus was besteht Oper und wie ist sie gemacht? Ab dem zweiten Abschnitt geht es ins Detail: Welches...
