Wer war Monteverdi?

450 Jahre nach der Geburt des Opernpioniers ist John Eliot Gardiner mit dessen «trilogia secolare» auf Tour, Silke Leopold und Michael Heinemann legen neue Monografien vor, Cremona zelebriert den berühmten Sohn der Stadt als Markenzeichen

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Nun also Monteverdi. Es ist ein Leichtes, sich über die Mechanik von Gedenkjahren zu mokieren. Gleichwohl können solche Jubiläen ihren Sinn haben. Sie erlauben neue Perspektiven, bisweilen sogar Neubewertungen.

Claudio Monteverdi wirft auch 450 Jahre nach seiner Geburt in Cremona viele Fragen auf. Wie spielen? Wie inszenieren? Wie mit den weißen Flecken in seiner musikalischen Biografie umgehen? Der größere Teil seiner musiktheatralischen Kompositionen ist verloren.

Die drei überlieferten Opern liegen nicht nur chronologisch weit auseinander: einerseits «L’Orfeo» von 1607, eine Odysseus- und eine Nero-Oper aus den frühen 1640er- Jahren andererseits. Was bedeuten diese Werke für die Oper ihrer Zeit?

Wie üblich geht die Gedenkindustrie im Jahre 2017 aufs Ganze – nun ja: vermeintlich Ganze, nämlich das Ergebnis zufälliger Überlieferung. Das 1792 eröffnete, also gerade einmal halb so alte Teatro La Fenice in Venedig präsentiert im Juni diese drei Werke als Zyklus – unter John Eliot Gardiner. Im Sommer übernehmen die Festivals in Salzburg und Luzern, im September die Berliner Philharmonie das Paket. Was im Paket steckt, ist unklar. Venedig wirbt mit zwei Regisseuren: Elena Rooke – und ...

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Opernwelt Mai 2017
Rubrik: Magazin, Seite 78
von Anselm Gerhard

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