Wenn Elfen erwachen

Die Konkurrenz ist klein, aber umso hochkarätiger: Jede der drei bislang erhältlichen Studioaufnahmen des «Oberon» prunkt mit einer Starbesetzung, wie sie Repertoire-Raritäten sonst kaum jemals zuteil wird.

Von Plácido Domingo, Birgit Nilsson und Hermann Prey in der berühmten Kubelik-Aufnahme (Deutsche Grammophon) über James Conlons 1992 entstandene Aufnahme der Mahler’schen Bearbeitung des Stücks mit Ben Heppner und Deborah Voigt (EMI) bis zu Marek Janowskis vier Jahre später entstandener Version (BMG), die mit Namen wie Peter Seiffert, Bo Skovhus und Vesselina Kasarova prunkt – wenn es gilt, die musi­kalischen Qualitäten von Webers Opus ultimum ins rechte Licht zu rücken, werden offenbar weder Kosten noch Mühen gescheut. Angesichts dieses Verdrängungswettbewerbs scheinen die Erfolgschancen einer abermaligen Einspielung eigentlich gering: Welcher Tenor könnte beispielsweise mit der stellaren Hüon-Darbietung des jungen Ben Heppner mithalten, welche Rezia hätte schon für das berühmte «Ozean, Du Ungeheuer» Nilsson’sche Brünnhilden-Töne parat?
Dass die jetzt bei Philips erschienene Neueinspielung keineswegs überflüssig, sondern im Gegenteil dem Werk weit angemessener ist als ihre ...

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Opernwelt August 2005
Rubrik: CDs, Seite 56
von Jörg Königsdorf

Vergriffen
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