Weggeblasen und weggestrichen
Für viele Pariser Opernfreunde ist das Théâtre du Châtelet als Opernhaus interessanter als die Nationaloper mit Bastille und Palais Garnier. Zu Zeiten von Stéphane Lissner mag das richtig gewesen sein, doch seit Hugues Galls Direktorenzeiten haben Bastille und Garnier doch erheblich aufgeholt, nicht zuletzt durch einige interessante Uraufführungen, zum Beispiel Matthias Pintschers Rimbaud-Oper «L’Espace dernier». Doch das Châtelet gibt sich unter der Direktion von Jean-Pierre Brossmann nicht geschlagen.
Nachdem Hans Werner Henze vor zwei Jahren im Pariser Rundfunkhaus einen triumphalen «Sieg» als Symphoniker errang und damit zugleich den von Pierre Boulez verhängten Bannfluch aus alten Donaueschinger und Darmstädter Tagen löste, setzte jetzt das Châtelet-Theater mit den «Bassariden» und «Pollicino» gleich zwei Henze-Opern auf seinen Spielplan.
Das Engagement für den Komponisten wurde jedoch auf eine harte Probe gestellt. Kurz vor der «Bassariden»-Premiere streikte das für die Vorstellungsserie verpflichtete Orchestre Philharmonique de Radio France (das Châtelet besitzt kein eigenes Orchester). Genauer gesagt: Die Musiker des Radio-Orchesters streikten nicht, aber alle ...
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Das Berner Stadttheater zeigt nicht nur mehrere, sondern auch diametral entgegengesetzte Gesichter. Nach der an Peinlichkeiten reichen Produktion von Catalanis «La Wally» (OW 4/2005) in der Regie von Renata Scotto nun also Peter Eötvös’ Tschechow-Oper «Tri sestri» in einer schlichten, aber überaus luziden, eindrucksvollen Inszenierung.
Dass man mit diesem Werk ein...
Was deutsch und echt, scheint manchem Engländer noch immer verdächtig. Vor allem die «Tabloids», die Boulevardzeitungen, lassen kaum eine Gelegenheit aus, den Teutonen verbal eins aufs Haupt zu geben, sei’s beim Fußball, sei’s gar beim bayerischen Papst. Die respektlos-flapsige Headline der «Sun», «From Hitler youth to Papa Ratzi», hat in Deutschland böses Blut...
Wer redet eigentlich von Michael Schade, wenn es um Anna Netrebkos Debüt als Donna Anna in Mozarts «Don Giovanni» bei den Salzburger Festspielen 2002 geht? Ohne die Zärtlichkeit und Intensität, mit der er als Don Ottavio vergebens um seine Braut kämpfte, aber auch ohne Martin Kusejs kühne Deutung von Liebesunfähigkeit und Todessehnsucht, ohne seine Darstellung...
