Warum das alles

Antwerpen/Gent: De Vlaamse Opera: Kats-Chernin: The Rage of Life, Cavalli: Giasone

Mit einer neuen Oper, die sich ausdrücklich an ein jugendliches Publikum wendet, und einer selten gespielten Barockoper zieht die Vlaamse Opera derzeit überregionales Interesse auf sich. Doch beide Produktionen gerieten problematisch.

Die Inhaltsangabe zu «The Rage of Life» liest sich hochdramatisch: Im Mittelpunkt der Oper steht der 18-jährige Leif, der in eine junge Frau namens Helena verliebt ist, eine Verbindung, die seine Eltern nicht billigen. Als sie ihm mitteilen, Helena sei tot, glaubt er ihnen nicht und verlässt das Haus.

Tatsächlich findet er Helena auf einem verlassenen Fabrikgelände: Sie hat Beweise für eine Korruptionsaffäre, in die auch Leifs Vater, ein Politiker, verwickelt ist. Leif wird aufgegriffen und von seinen Eltern in die Psychiatrie eingewiesen, doch er kann mit Helenas Hilfe fliehen; dabei tötet er einen Arzt. Sie werden verfolgt, Helena wird vergewaltigt, schließlich retten sie sich durch den Sprung in einen scheinbar bodenlosen Schacht der alten Fabrik. Sie stürzen aber nicht in den Tod, sondern landen in einer anderen, besseren Welt.

In Igor Bauersimas Libretto verbirgt sich eine Allegorie: Leif = Life verkörpert die Lebensenergie schlechthin, Helena das ...

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Opernwelt Juni 2010
Rubrik: Panorama, Seite 40
von Ingo Dorfmüller

Vergriffen
Weitere Beiträge
TV-Klassiktipps: Juni 2010

 

ARTE

1./7.6. – 6.00 Uhr
Maria Callas in Paris.
Dokumentation von Pierre-Martin Juban.

2./8./14.6. – 6.00 Uhr
Martha Argerich und Yuja Wang in Verbier.
Martha Argerich und das Verbier Chamber Orchestra unter Gábor Takács-Nagy spielen Beethovens Klavierkonzert Nr. 2; Yuja Wang spielt Scarlatti-Sonaten (K 427 und K 455) und Mozarts «Rondo alla turca».

3.6. – 6.00 Uhr
Claudi...

Das Ende im Anfang

Ring»-müde? Gilt nicht für Rhein-Main. Viele Opernbühnen der Region planen den tetralogischen Kraftakt. Da werden wohl wieder beträchtliche Kapazitäten gebunden. Oder ist der monumentale Viererpack inzwischen das Normalmaß für theaterunternehmerischen Ehrgeiz? Die Zustimmung des Publikums scheint, woran ein Walter Legge noch nicht glauben wollte, absolut sicher. In...

Der große Unterschied

Das Ende bleibt offen. Kein Trauerflor in Moll, kein Silberstreif, keine Erlösungsharmonie. Wie ein Fragment, wie eine Frage verweht der letzte B-Dur-Akkord. Eine Quinte und Quart, übereinander geschichtet, in der Tiefe; ein dreigestrichenes D und ein zweigestrichenes F dominieren die Höhe. Der Grundton, ins Abseits gedrängt. Als ob man diesem Akkord nicht trauen...