Warum das alles
Mit einer neuen Oper, die sich ausdrücklich an ein jugendliches Publikum wendet, und einer selten gespielten Barockoper zieht die Vlaamse Opera derzeit überregionales Interesse auf sich. Doch beide Produktionen gerieten problematisch.
Die Inhaltsangabe zu «The Rage of Life» liest sich hochdramatisch: Im Mittelpunkt der Oper steht der 18-jährige Leif, der in eine junge Frau namens Helena verliebt ist, eine Verbindung, die seine Eltern nicht billigen. Als sie ihm mitteilen, Helena sei tot, glaubt er ihnen nicht und verlässt das Haus.
Tatsächlich findet er Helena auf einem verlassenen Fabrikgelände: Sie hat Beweise für eine Korruptionsaffäre, in die auch Leifs Vater, ein Politiker, verwickelt ist. Leif wird aufgegriffen und von seinen Eltern in die Psychiatrie eingewiesen, doch er kann mit Helenas Hilfe fliehen; dabei tötet er einen Arzt. Sie werden verfolgt, Helena wird vergewaltigt, schließlich retten sie sich durch den Sprung in einen scheinbar bodenlosen Schacht der alten Fabrik. Sie stürzen aber nicht in den Tod, sondern landen in einer anderen, besseren Welt.
In Igor Bauersimas Libretto verbirgt sich eine Allegorie: Leif = Life verkörpert die Lebensenergie schlechthin, Helena das ...
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Ein historischer Moment: Mit der Premiere der «Gezeichneten» in Los Angeles kam erstmals in der Neuen Welt eine Oper von Franz Schreker zur Aufführung. Und auch die zweite amerikanische Schreker-Premiere steht bereits bevor: Im Rahmen des Bard SummerScape Festivals vor den Toren New Yorks ist für den 30. Juli seine frühe Oper «Der ferne Klang» angesagt.
«Die...
Paisiellos Ouvertüren sind komponiertes Lachen, seine spritzigen Arietten so einfach und eingängig, dass man die Melodien unwillkürlich mitsummt; seine Ensembles überraschen immer mit irgendeinem spleenigen Einfall, der bis zu dadaistischem Silben- oder Gräuschsalat hochgeschraubt wird, und die Libretti «seines da Ponte» Giuseppe Palomba sind hinreißend skeptische...
Als «Simon Boccanegra» 1857 zur Uraufführung kam, war Verdi seiner Zeit zu weit voraus, um beim Publikum und bei den Impresari punkten zu können. Das Fiasko in Venedig wollte er nicht auf sich sitzen lassen, und so arbeitete er das Werk – unter Verwendung zahlreicher dramaturgischer Eingriffe von Arrigo Boito – zu einer Art italienischem «Boris» um. Diese Version...
