Wagners vielschichtigste Frauenfigur
Richard Wagner war einer der ersten Komponisten, der nicht den Notentext, sondern die Aufführung als «Werk» verstand: Ein Kunstwerk, so seine Überzeugung, existiere nur dadurch, dass es «zur Erscheinung» komme. Und für das Drama sei das nun mal die Aufführung auf der Bühne. Damit unterschied sich Wagner nicht nur von starken Tendenzen der zeitgenössischen Ästhetik (wie sie insbesondere von Brahms, Hanslick, Spitta, Kalbeck und Co. vertreten wurde), sondern er nahm Grundpositionen der späteren Theaterwissenschaft vorweg, die sich denn auch gern mit ihm auseinandersetzt.
Die Materie ist freilich komplex und erfordert einen Methodenmix der Analyse: Erst so lässt sich ein wissenschaftlicher Zugang zu den Musikdramen legitimieren. Es kann nur um den Versuch gehen, dem Gegenstand methodisch auf dem neuesten Stand zu begegnen.
Einen solchen Versuch hat die Japanerin Chikako Kitagawa mit ihrer nun im Druck vorliegenden, an der Freien Universität Berlin entstandenen Dissertation unternommen. Dass die Formulierung vom «Versuch» im Titel des Buches auftaucht, dürfte weniger als Gruß an Adornos «Versuch über Wagner» gedacht sein (der natürlich in die Analyse hereinspielt), sondern als Zeichen ...
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Opernwelt März 2016
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 30
von Stephan Mösch
Oscar Wilde wusste genau, was er wollte: «... und dann an Stelle des Orchesters große Pfannen mit Parfüm: Die wohlduftenden Wolken steigen auf und verhüllen von Zeit zu Zeit die Bühne.» So stellte er sich seine «Salome» vor. Als Rausch, der alle Sinne anspricht, eine Feier spätantiker Dekadenz, ausgestattet in überbordendem byzantinischen Luxus. Ein Ambiente, das...
Impressum
57. Jahrgang, Nr 3
Opernwelt wird herausgegeben von
Der Theaterverlag – Friedrich Berlin
ISSN 0030-3690
Best.-Nr. 752287
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Redaktionsschluss dieser Ausgabe
war der 09.02.2016
Redaktion
Wiebke Roloff
Albrecht Thiemann (V. i. S. d....
Nach dem frühen Abgang der Callas war Joan Sutherland die primadonna assoluta der internationalen Opernszene. In mehr als 30 Gesamtaufnahmen und einer Reihe von Lieder- und Arien-Programmen hat sie ihr Repertoire für die Nachwelt festgehalten. Das erste Studio-Recital wurde nun beim Label Australian Eloquence neu aufgelegt und kommt fast zeitgleich mit der...
