Allmächtige Ohnmacht

Sprachlose Führer: Subjektive Assoziationen zu verborgenen Gängen zwischen Wagners «Lohengrin» und Schönbergs «Moses und Aron»

Wagner und Schönberg? Es gibt Ambivalenzen, die vernachlässigt worden sind – zum Beispiel im «Lohengrin». Wagners Oper und «Moses und Aron» scheinen ideologisch entgegengesetzte Pole einzunehmen, lassen sich aber spiegelbildlich aufeinander beziehen. In beiden Fällen gibt es ein verunsichertes Volk und einen Helden, der den Weg weisen soll, aber durch ein Verbot der höchsten Instanz behindert wird.

Der Auftrag des Absoluten und die Bedingtheit des Irdischen lassen sich nicht vereinbaren: Lohengrin wird durch sein Schweige­gelübde, Moses durch das Bilderverbot und die «Reinheit des Denkens» gebremst. In einem zweiten Beitrag setzt sich der Dirigent Hartmut Haenchen mit der Tempofrage bei Wagner auseinander.

Vor allem den Großveranstaltungen der Nationalsozialisten, besonders den Nürnberger Reichsparteitagen, war der «Nibelungen»-Marsch vorbehalten, dem offenkundig ganz besondere nordisch-«heldische» Stimulationskraft zugeschrieben wurde – tönendes Doping fürs Reckentum. Der Titel des Stücks von Gottfried Sonntag, einem Bayreuther Militärmusiker (1846-1921), lässt sich leicht erklären, verweist er doch eindeutig auf Wagners «Ring des Nibelungen», dem er einige obligat markante, teils ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt Jahrbuch 2013
Rubrik: Wagner 200, Seite 58
von Gerhard R. Koch