Wagner: Parsifal
«Parsifal» in Koblenz: Nur die Nennung der Kombination des sehr kleinen Hauses mit dem sehr großen Werk könnte verschiedene Reaktionen wecken. Zunächst das unermüdliche Interesse der reisefreudigen Wagnerianer, die auch abseits der Opernzentren ihrer Passion frönen. Unglauben vielleicht, ob ein kleines Dreispartentheater den «Parsifal» im engmaschigen Spielplan schultern kann – noch dazu, wenn wie in diesem Jahr obendrein Verdis «Trovatore» und Mozarts «Titus» nicht eben einfache Forderungen an das Haus stellen.
Die Leistungsschau hat vor allem zwei Gründe: Die geplanten Orchesterstrukturreformen in Rheinland-Pfalz sprechen für einen orchestermächtigen Spielplan; zudem dürfte auch der scheidende GMD Anton Marik sich in seiner Koblenzer Spielzeit noch einmal vielseitig präsentieren wollen.
Das Unwahrscheinliche im Falle «Parsifal» hat funktioniert: Mit einer konsequenten Besinnung auf das Mögliche stemmt Koblenz einen beachtlichen Abend. Das Orchester sitzt auf der Bühne, nur von einem hochziehbaren transparenten Vorhang vom bespielten Proszenium getrennt. Mit wenigen Metallquadern und sparsamer Austattung inszeniert Thorsten Donat ein sehr verinnerlichtes, in der ortgegebenen ...
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