«Von Leipzig verspreche ich mir etwas Neues»
Herr Chailly, im September 2005 treten Sie Ihr Amt als Generalmusikdirektor der Leipziger Oper und Gewandhauskapellmeister an. Leipzig zählt, trotz der unbestrittenen Qualitäten des Orchesters, nicht wirklich zu den führenden Musikmetropolen. Worin besteht für Sie der Reiz?
Leipzig ist nicht irgendeine Stadt, sondern ein Ort mit einer ganz außergewöhnlichen musikgeschichtlichen Vergangenheit.
Denken Sie an Bach, denken Sie an Wagner! Und das Gewandhausorchester ist nicht irgendein Orchester, sondern eines der ältesten der Welt und eines der besten Deutschlands, wenn nicht der Welt. Dieser Klangkörper ist 250 Jahre alt. In gewissem Sinne war er das Vorbild für alle europäischen Orchester.
Aber liegt ein Problem nicht darin, dass der Ruhm des Gewandhausorchesters historisch ist? Dass der Name zwar für eine gloriose Vergangenheit steht, dass aber kaum jemand das Orchester heute in einem Atemzug mit etwa der Dresdner Staatskapelle oder den Berliner Philharmonikern nennen würde?
Das mag sein. Allerdings zu Unrecht, wie ich finde. Durch die DDR-Zeit hat sich das Image des Orchesters in den Augen des Westens geändert. Die Dresdner Staatskapelle war das Vorzeigeorchester Nummer ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Braucht Moskau wirklich eine Inszenierung der «Lady Macbeth von Mzensk» im Bolschoi Theater, um den Wert dieses Stückes zur Debatte zu stellen? Dass das Meisterwerk des jungen Schostakowitsch selbst in Russland nicht mehr tabuisiert wird, haben eine konzertante Aufführung unter Mstislav Rostropowitsch und, noch deutlicher, eine szenische Aufführung im Jahr 2001 an...
Riccardo Zandonai stammte aus dem gebirgigen Trentino, was vielleicht seine Vorliebe für das frostige Sujet der «Cavalieri di Ekebú» erklären hilft. Selma Lagerlöfs schwedischer Nationalroman «Gösta Berling» erhielt seine Vertonung im Geiste des Verismo, jedoch in den überwältigenden Sphärenklängen des italienischen Expressionisten, der bereits mit dem Melodram...
Auf einem Kritiker-Forum, das während der Aufführungszeit des «Ring des Nibelungen» in Adelaide stattfand, stellte ein Teilnehmer – wo, wenn nicht in Australien! – die Frage, ob die «Ring»-Tetralogie die «Olympiade der Oper» sei. Dabei entging dem Fragesteller offenbar, dass im Logo der Olympischen Spiele fünf Ringe prangen. Und doch schien die Frage nicht allzu...
