Tanz der Stimmen

Verdi: Il trovatore
Wien | Staatsoper

Anna tanzt. Lachend wirft sie ihr Glück in die Wolken, das Kleid wippt und wirbelt, alles dreht sich, alles bewegt sich. So hedonistisch zeigte uns das Titelblatt des Monatsmagazins der Wiener Staatsoper im Februar die russische Diva mit österreichischem Zweitpass: Anna Jurjewna Netrebko machte wieder mal in ihrer Wahlheimat Station, diesmal als Leonora in Verdis «Il trovatore». Und der Tanz gab ein gutes Stichwort. Denn irgendwie schien es, als übten einige Prominente und Schickimickis bereits für den zweieinhalb Wochen später terminierten Opernball.

Und «Alles Walzer» heißt es an vielen Stellen ja auch im «Troubadour», im übertragenen Sinne natürlich – der Tanz als Rhythmus (viel im Dreiertakt) hat eine wichtige Funktion; das Werk wurde auch mal «Totentanz-Oper» genannt. Was vermutlich die Zustimmung von Friedrich Nietzsche erhalten hätte, der schrieb: «Nur im Tanze weiß ich der höchsten Dinge Gleichnis zu reden ...» Dirigent Marco Armiliato hielt das Tänzerische also hoch – und hoch flogen auch seine Arme, als hätte sich ein Vogel ständig startklar machen wollen. Was dabei herauskam, war durchaus lustvoll, schien uns indes dynamisch und agogisch manchmal etwas erratisch. ...

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Opernwelt März 2017
Rubrik: Panorama, Seite 60
von Gerhard Persché