Verdi: Il trovatore
Die Rolle ist der Traum jedes Tenors und der Alptraum jedes Intendanten: Vermutlich gibt es derzeit selbst in der A-Klasse der Tenöre keinen Manrico, der aus dem diskografischen Schatten Franco Corellis oder des jungen Domingo heraustreten könnte. Auch für Zoran Todorovich, der sein Repertoire und seine Stimme in den letzten Jahren durch Rollen wie Pollione und Don Carlo ins Spinto-Fach erweitert hat, ist der Anzug des Troubadours noch eine Nummer zu groß.
Bei seinem Rollendebüt im Megaron von Thessaloniki muss er schon in der Offstage-Serenade stark forcieren, um aus seinen lyrischen Flötentönen Trompetentöne zu machen. Kein Wunder, dass er in der Stretta zwar den Mund aufreißt, aber kein Ton herauskommen will – geschweige denn das legendäre hohe C. Ähnlich wie Roberto Alagna auf seiner EMI-Einspielung versucht Todorovich deshalb, in den lyrischeren Partien zu punkten, und geht manchmal mutig bis ins Pianissimo zurück – meist jedoch zeugt ein leichter Grauschleier über dem an sich schönen Timbre von einem permanenten Kraftakt. Die Sterne, die in diesem griechischen «Trovatore» leuchten, sind Luna und Leonora: Der lange in Nürnberg engagierte Grieche Dimitris Tiliakos singt sein ...
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Da die diskografische Situation...
