Ungemein gut gelaunt
Den Engländern kann man nicht trauen, was Humor betrifft. Ihr Sinn für denselben ist zwar weltberühmt, aber auch ein sehr spezieller. Jedenfalls nicht kompatibel mit dem der Franzosen – der Ansicht jedenfalls scheint Regisseurin Mariame Clément zu sein, die jetzt in Covent Garden die erste Aufführung von Emmanuel Chabriers Opéra bouffe «L’Étoile» auf der Insel inszenierte – und dem Publikum des Royal Opera House vorsichtshalber mit zwei hinzuerfundenen Figuren Hilfestellung gab.
Ein Engländer und ein Franzose bestaunen und kommentieren das Spektakel um Prinzessin Laoula, ihren Geliebten Lazuli und ihren Verlobten König Ouf. Die Dialoge haben Clément und die beiden Schauspieler dick mit Anspielungen aufs britische Heute gespickt und dabei – vom Londoner Bürgermeister Boris Johnson bis zum Sherlock der BBC-Serie – querbeet alles Mögliche auf die Schippe genommen. Zwar darf bezweifelt werden, dass die Londoner Chabriers Schelmereien ohne die Zutaten nicht verstanden hätten. Aber Chris Addison und Jean-Luc-Vincent greifen als «Smith» und «Dupont» den Esprit des Stücks treffsicher auf und machen ihre Sache fabelhaft – angefangen mit der Ouvertüre, zu der Dupont, den Schuh am Fuß zum ...
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Opernwelt April 2016
Rubrik: Panorama, Seite 41
von Wiebke Roloff
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