Unbekannt, deshalb nicht minder interessant...
Seit mehr als einem Dutzend Jahren ist «der Klotz» eine Art Bibel für alle geworden, die sich beruflich oder zum Vergnügen mit der Operette beschäftigen. Die erste Auflage (1991, 756 Seiten) skizzierte anhand repräsentativer Beispiele das Profil der Gattung (Stoffe, Personal, Dramaturgie) und stellte 106 Werke in Inhaltsangaben und textlich-musikalischem Kommentar vor. Nach einem Verlagswechsel bringt es die neue Ausgabe auf 869 Seiten in größerem Format.
Der allgemeine Teil (etwa ein Viertel des Ganzen) blieb bis auf kleinere, meist stilistische Korrekturen unverändert; der zweite behandelt jetzt 127 Operetten und Zarzuelas von 52 (statt 41) Komponisten. Hinzugekommen sind vier Spanier (und ein Kubaner), drei deutschsprachige Komponisten, je ein Franzose, Kroate und Ungar; die Namen dürften selbst gut informierten Operettenfans kaum geläufig sein. Die Notenbeispiele wurden sämtlich neu gesetzt und sind jetzt viel besser lesbar als in der ersten Auflage; einige Illustrationen (meist Titelblätter von Klavierauszügen) sind hinzugekommen, und es gibt sechzehn (statt acht) schön gedruckte Farbtafeln. Die Informationen zu Aufführungsrechten, Ausgaben und Übersetzungen wurden sorgfältig ...
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Friedrich Nietzsche hat den stilistischen Sonderstatus von Georges Bizets «Carmen» wohl als Erster metaphorisch auf den Punkt gebracht: «Diese Musik ist heiter», schrieb er 1888, dreizehn Jahre nach der skandalumwitterten Uraufführung an der Pariser Opéra Comique, «aber nicht von einer französischen oder deutschen Heiterkeit. Ihre Heiterkeit ist afrikanisch; sie...
Die Zuschauer auf den Plätzen vorne links, sonst bestens bedient, haben diesmal das Nachsehen: Anthony Pilavachi stellt ihnen ein Fernsehgerät vor die Nase und verbaut ihnen, da seine Personalregie der Bodenakrobatik verpflichtet ist, einige der interessantesten Einsichten – etwa, wie nahe sich Konstanze und der Bassa denn nun wirklich kommen. Schade, denn die...
Die Frau ist zum Dahinschmelzen. Und für rund zwanzig Dollar zu haben. Umhüllt von dunkler Schokolade, mit gehackten Haselnüssen und Amarettokeksen in Clementinensauce. «La Diva Renée» gibt's im New Yorker Nobelrestaurant «Daniel» auf der 65. Straße. Das heißt: Es gab sie, damals, im Jahr 2000, als Renée Fleming in aller Munde war. Jetzt setzt Star-Koch Daniel...
