Ufos und Vulkanausbrüche
Manchmal spielen die entscheidenden Szenen auf den Nebenbühnen. Zumal, wenn es um die Frage geht, was Oper und Musiktheater im Innersten zusammenhält. Wohin geht es mit der Kunst des singenden und spielenden Menschen, wenn das Kernrepertoire sich (Ausnahmen bestätigen die Regel) aus dem 18. und 19.
Jahrhundert speist? Wenn sich der Guckkasten zu einem Museum wandelt, das kaum mehr ästhetische und intellektuelle Überraschungen bietet, dafür immer mehr Kult um wenige (Star-)Stimmen treibt? Dass am oberen Ende der Beliebtheitsskala die immer gleichen 40, 50 Stücke rangieren – an dieser Realität haben weder entdeckerfreudige Intendanten noch das Regietheater mit seinen gegen die Tradition gebürsteten Lesarten des Kanons ändern können. Die meisten Neuschöpfungen für die Opernbühne erweisen sich als Eintagsfliegen, und was vor fünf Jahrzehnten als Regie-Revolution begann, ist heute selbst Teil der Tradition. So kommen die interessantesten Impulse für die Zukunft der Gattung oft von den Rändern – aus einem Loft, aus dem Computer, aus einem Industrierevier oder von der Straße. Kurzum: aus dem Off des Stadt- und Staatstheaterbetriebs.
Andererseits kann man aber auch beobachten, wie das ...
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Die Komische Oper Berlin macht es vor. Seit Beginn der Saison 2009/10 kann der Besucher an einem kleinen Videobildschirm zwischen deutschen und englischen Untertiteln wählen, eine Erweiterung auf zehn Sprachen ist in Planung. Was auf der einen Seite komfortabler Luxus für das internationale Publikum ist, stellt den fremdsprachigen Hörer auf der anderen Seite vor...
Weiter, größer, aufwändiger als bei Erich Wolfgang Korngolds «Wunder der Heliane» lässt sich Oper nicht konzipieren. Das Stück ist geradezu unverschämt anspruchsvoll. Ein hypertropher Höhepunkt aus Expansion und Verfeinerung. Zugleich eine Endstation. Danach ging es, zumindest auf diesem Weg, nicht mehr weiter. Man versteht sofort, warum andere Komponisten, andere...
Auch das Augsburger Stadttheater muss empfindliche Kürzungen während der laufenden Saison verkraften. Doch Regisseurin Yona Kim, in Südkorea geboren, in Wien ausgebildet und demnächst in Stuttgart mit Chaya Czernowins «Pnima» aktiv, scheint das eher zu beflügeln.
Mit Bühnenbildnerin Etienne Pluss reißt sie für «Lucia di Lammermoor» weite, dumpf schimmernde,...
