Ufos und Vulkanausbrüche
Manchmal spielen die entscheidenden Szenen auf den Nebenbühnen. Zumal, wenn es um die Frage geht, was Oper und Musiktheater im Innersten zusammenhält. Wohin geht es mit der Kunst des singenden und spielenden Menschen, wenn das Kernrepertoire sich (Ausnahmen bestätigen die Regel) aus dem 18. und 19.
Jahrhundert speist? Wenn sich der Guckkasten zu einem Museum wandelt, das kaum mehr ästhetische und intellektuelle Überraschungen bietet, dafür immer mehr Kult um wenige (Star-)Stimmen treibt? Dass am oberen Ende der Beliebtheitsskala die immer gleichen 40, 50 Stücke rangieren – an dieser Realität haben weder entdeckerfreudige Intendanten noch das Regietheater mit seinen gegen die Tradition gebürsteten Lesarten des Kanons ändern können. Die meisten Neuschöpfungen für die Opernbühne erweisen sich als Eintagsfliegen, und was vor fünf Jahrzehnten als Regie-Revolution begann, ist heute selbst Teil der Tradition. So kommen die interessantesten Impulse für die Zukunft der Gattung oft von den Rändern – aus einem Loft, aus dem Computer, aus einem Industrierevier oder von der Straße. Kurzum: aus dem Off des Stadt- und Staatstheaterbetriebs.
Andererseits kann man aber auch beobachten, wie das ...
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Das Ende bleibt offen. Kein Trauerflor in Moll, kein Silberstreif, keine Erlösungsharmonie. Wie ein Fragment, wie eine Frage verweht der letzte B-Dur-Akkord. Eine Quinte und Quart, übereinander geschichtet, in der Tiefe; ein dreigestrichenes D und ein zweigestrichenes F dominieren die Höhe. Der Grundton, ins Abseits gedrängt. Als ob man diesem Akkord nicht trauen...
Frauen des Fin de Siècle sind angesagt. Besonders die Mischung aus Femme
fatale und Femme enfant, Heilsbringerin und Hure, Objekt und Selbstbehauptung hat viele Komponisten angeregt. Eine ganze Reihe von Opernhäusern (vom puppenstubenhaften Freiberg über das mittlere Kaiserslautern bis zur Semperoper in Dresden) macht derzeit mit schillernden Frauenfiguren bekannt,...
Mit einer neuen Oper, die sich ausdrücklich an ein jugendliches Publikum wendet, und einer selten gespielten Barockoper zieht die Vlaamse Opera derzeit überregionales Interesse auf sich. Doch beide Produktionen gerieten problematisch.
Die Inhaltsangabe zu «The Rage of Life» liest sich hochdramatisch: Im Mittelpunkt der Oper steht der 18-jährige Leif, der in eine...
