Überfluss und Kargheit
Man ist überwältigt. Von der Fülle, von der Akribie, von der Schönheit, von der Fantasie, aber eben auch von der Wandlungsfähigkeit. Das Universum des Bühnenmenschen Jürgen Rose umfasst nicht nur das Bild einer Szene vom ersten Nagel bis zur letzten Dessous-Naht, sondern längst auch die Regie, das Dirigieren von Menschen im Raum, das Erfinden von Konzepten. Es ist zudem eine Welt, die aus Überfluss und Kargheit besteht, aus akribisch belebter, nicht rekonstruierter Vergangenheit und unmittelbarer, poetisch überhöhter Gegenwart.
Eine künstliche Sphäre jenseits der unseren, aus Gold und Rupfen, Glimmer und Sand, Samt und rohem Holz, Tribalprints und Rocaillen.
Und ihm gelingt auf der Bühne immer eine Aura, die klug ist und trotzdem spontan wirkt, üppig und doch überraschungsvoll. Das ist bereits in einer seiner ersten Ausstattungen zu erleben, einer, die – ein wenig modifiziert – bis heute weltweit auf diversen Ballettbühnen zu sehen ist: der zu Prokofjews «Romeo und Julia» in der Choreografie von John Cranko. Was der südafrikanische Tanzschöpfer 1962 in dem damals 25-jährigen Ostdeutschen aus Bernburg an der Saale sah, das hat sich bis heute, mehr als 50 Jahre später erfüllt: eine ...
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Opernwelt August 2015
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 30
von Manuel Brug
Einst ging es eher gediegen, traditionell zu bei Opera Philadelphia. Doch unter Intendant David Devan und Musikchef Corrado Rovaris hat sich die Company neu aufgestellt. Natürlich werden nach wie vor die Klassiker des Repertoires gespielt – oft in der 1856 erbauten Academy of Music. Im Rahmen des 2011 ins Leben gerufenen «American Repertoire Program» rücken jedoch...
Der Mozart-Opern-Zyklus unter Yannick Nézet-Séguin schreitet fort. Mit der «Entführung aus dem Serail» freilich wird man nicht wirklich froh. Es liegt nicht am Orchester. Das Chamber Orchestra of Europe spielt äußerst fidel und sängerfreundlich, phrasiert flexibel und farbig. Die beiden weiblichen Hauptrollen sind erfreulich besetzt, auch wenn Diana Damrau als...
ARD-ALPHA
2.8. – 11.00 Uhr
Mariss Jansons dirigiert
Strauss: Also sprach Zarathustra.
9.8. – 11.00 Uhr (1)
30.8. – 11.00 Uhr (2)
Colin Davis dirigiert
1. Berlioz: Symphonie fantastique; 2. Mendelssohn Bartholdy: Ouvertüre zu Sommernachtstraum; Symphonie Nr. 4 «Italienische».
9.8. – 20.15 Uhr
Open Air am Odeonsplatz.
Mariss Jansons im 3/4-Takt.
16.8. – 11.00 Uhr (1)
23.8. –...
