Tschaikowsky: Mazeppa

Karlsruhe

Opernwelt - Logo

Die jüngste Produktion des Badischen Staatstheaters hat wieder einmal erwiesen, dass die künstlerisch Verantwort­lichen bei der Spielplangestaltung meist viel zu vorsichtig und bequem vorgehen. So etwa bei Tschaikowsky, dessen musiktheatralisches Œuvre sich mit «Onegin» und «Pique Dame» noch lange nicht erschöpft. Vor wenigen Jahren hatte seine «Zauberin», ein bis dahin so gut wie gar nicht zur Kenntnis genommenes Stück, Furore gemacht – in einer Koproduktion des St. Petersburger Mariinsky Theaters mit dem Teatro «Sao Carlos» in Lissabon. Jetzt bot sich zur Eröffnung der 18.

Euro­päischen Kulturtage in Karlsruhe «Mazeppa», Tschaikowskys dritte Puschkin-Oper, als wertvolle Bereicherung des Repertoires.
Die literarische Vorlage bildet eine Episode aus dem historischen Poem «Poltawa». Dieses behandelt Russ­lands Sieg unter Zar Peter I. 1709 im Krieg gegen Schweden und den Untergang des despotischen Kosakenführers Iwan Mazep­pa, der sich, ein früher Gefolgsmann des Zaren, mit dem schwedischen König Karl XII. verband, um an dessen Seite die Unabhängigkeit der Ukraine unter eigener Herrschaft zu erkämpfen. Vor diesem politischen Hintergrund spielt die historisch teilweise ebenfalls ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt Juni 2006
Rubrik: Kurz berichtet, Seite 52
von Gábor Halász

Vergriffen
Weitere Beiträge
Die Hölle hat immer die bessere Musik

Wer Mozart lieblich, gefällig, verspielt, anmutig, gar hübsch fände, den sollte der Lortzing holen, schrieb der legendäre Wiener Publizist Hans Weigel bereits vor vierzig Jahren. Zwar tat er damit dem Komponisten der «Regina» Unrecht, doch dürfte dieser Satz bei Nikolaus Harnoncourt schon damals ein grimmiges Lächeln hervorgerufen haben. Denn der Dirigent wehrte...

Geschlossene Gesellschaft

Das Cottbuser Staatstheater hat sich unlängst einen Deus ex machina zugelegt – er hört auf den Namen Tamino. Gleich nach der Ouvertüre fällt er, ein Bruchpilot mit ledernem Fliegerkäppi, vom glühbirnenflammenden Bühnenhimmel, um eine in ramponierten Beziehungskisten erstarrte Kommune aufzumischen, die man eher bei Beckett oder in der Rocky Horror Picture Show als...

Haydn: L'incontro improvviso

Rezia, von Piraten geraubt und in ein Serail verkauft, widersteht dem Liebeswerben des Sultans von Kairo. Ali spürt die Geliebte auf. Die Entführung misslingt, doch der aufgeklärte Fürst stellt das Wohl der Untergebenen über seinen Egoismus. Kommt einem bekannt vor. Unter dem Titel «Die Enführung aus dem Serail» versucht die Musikakademie Rheinsberg das Publikum...