Trost in diesen Zeiten

Ein lettischer Cantus firmus in der Berliner Philharmonie. Unvergesslich schön gesungen

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Es gibt Konzerte, von denen man recht früh weiß, dass man sie nicht vergessen wird. Manchmal werden solcher Art Ereignisse von Mesalliancen kontrapunktiert, die das Ganze aber gar nicht in ein dunkleres Licht ziehen. Und selten kommen beide Ereignisse in einer Erinnerung zusammen – und können ohne aneinander nicht sein, im positiven Sinne. Am 26. November 2022 gab es ein solches Ereignis: Der Kammermusiksaal der Berliner Philharmonie: nur zu einem Drittel besetzt.

Drüben im Großen Saal gab das Deutsche Symphonie-Orchester Gustav Mahlers – momentan viel zu oft gespielte, zweifellos fantastische – dritte Symphonie. Der RIAS Kammerchor Berlin – eigentlich durch den Zusammenschluss der Ensembles in der ROC Berlin mit dem DSO verschwistert – musste drunter leiden. Sicherlich ein Planungsfehler. Diese zwei Klangkörper sollten nicht in Konkurrenz zueinander treten. 

Die lettische Dirigentin Krista Audere hatte ein Programm von tiefer dramaturgischer Klugheit und erwärmender Schönheit zusammengestellt. Ein Programm, das Werke von Komponistinnen und Komponisten aufreihte, denen man bis dahin vielleicht nahezu ausnahmslos skeptisch – im Sinne vorauseilender Adorno-Avantgarde-Gläubigkeit – ...

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Opernwelt Februar 2023
Rubrik: Magazin, Seite 70
von Arno Lücker

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