Tröten und Schnattern
Sie haben es wieder getan. Kammermusiktheater gemacht, im Weißraum zwischen Konzert und Oper, Sprechen und Gesang, Scherz, Satire und tieferer Bedeutung. Lustvoll flanieren die Neuen Vocalsolisten Stuttgart durch die entgrenzten Klangkunstlandschaften der Gegenwart. Immer auf der Suche nach unbekannten Lautgewächsen. Nach nie gehörten Tonblüten. Wann immer das siebenköpfige Singforscherensemble fündig wird, heißt es: Ohren spitzen und den Kopf frei machen. Denn was uns da so unnachahmlich sinnlich wie präzise entgegentönt, ist mit herkömmlichen Begriffen nicht zu fassen.
Warum auch? Wichtiger als alle (vor-)sortierende Vernunft ist Offenheit für die permanenten Mutationen im Biotop der komponierten (und improvisierten) Klänge. Man spürt das Vergnügen, mit dem die Vocalsolisten sich gegen jedwede Kategorisierung stemmen. Sie halten sich lieber an «Falsche Lieder» von Gordon Kampe (2011), absurde Miniaturen, die u. a. Gebrauchstexte wie eine Dienstanweisung der Post zur «Wertbeutelverpackung» behandeln. Oder an «Präludien» von Mischa Käser (2004/05), die in ihrem onomatopoetischen Schnatter-Sound wie SchallPatterns aus der Tierwelt wirken. Das abseitig Humorvolle, das swingend ...
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Opernwelt Dezember 2014
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 32
von Albrecht Thiemann
Als luxuriöses Dekor der Intimität setzt Erich Wolfgang Korngold das Orchester in seiner Oper «Die tote Stadt» ein. Der sagenhafte Erfolg dieses Stücks, das schon ein Jahr nach seiner deutschen Uraufführung – am 4. Dezember 1920 – an der Met in New York herauskam, liegt vor allem darin, den Ersten Weltkrieg nicht als Bruch mit der opulenten Lyrik des deutschen Fin...
Die erstaunlichste Erkenntnis beim Braunschweiger «Propheten» (wieder einmal): Die großen Opern Giacomo Meyerbeers sind zu machen, auch an Stadttheatern. Die Chorszenen packen unmittelbar. Die Partitur ist reich an Ohrwürmern. Nach 90 Minuten, sprich: nach dem dritten Akt, geht das in der zweiten Vorstellung nicht übermäßig zahlreiche Publikum den Triumphmarsch...
ARD-ALPHA
13.12. – 11.00 Uhr
KlickKlack.
Musikmagazin.
14.12. – 11.00 Uhr
Mariss Jansons
im Teatro Colón. Solist: Mitsuko Uchida, Klavier.
14.12. – 20.15 Uhr
Jansons reist.
Dokumentation von Eckhard Querner über das Symphonieorchester des BR in Südamerika.
24.12. – 20.15 Uhr
Weihnachtskonzert
mit dem Windsbacher Knabenchor und Cornelia Froboess.
25.12. – 11.00 Uhr
Enoch zu...
