Triumph des Triumfeminats
«Du hast kein Recht dich zu beklagen. Die Strafe, die dich trifft, ist nur eine Vergeltung. Du hättest das Ende deines Spiels vorausahnen können, hättest du die Geschichten deiner Vorbilder besser studiert. Du wusstest wohl, dass die Gier nach Macht bestraft werden würde. Du darfst dich mutig nennen, denn dein Ende kann dir nicht unbekannt gewesen sein. Wenn du aber hoffst, Don Giovanni, der Rache des Himmels zu entgehen, bist du ein Feigling.» Gnadenlos rechnet George Sand mit dem Mythos Don Giovanni ab.
Dem Stuttgarter Triumfeminat Anika Rutkofsky (Regie), Eleni Konstantatou (Bühne, Kostüme) und Johanna Danhauser (Dramaturgie) hat ihre als «Abrechnung» titulierte Finalversion im neunten Wettbewerb um den «Ring Award» letztlich den Sieg – und einen Auftrag für die Oper Graz – gebracht.
Seit 25 Jahren gibt es diesen Wettbewerb für Musiktheaterregie und Bühnengestaltung als Antwort auf damals reaktionäre Altvordere der «Wagner-Stadt» Graz, die neuen Tendenzen, wie sie weiland der Opernintendant Gerhard Brunner ins Spiel gebracht hatte, erbitterten Widerstand leisteten. Die Dissidenten sammelten sich in einem neuen «Wagner Forum», voran der Musikenthusiast Heinz Weyringer, im ...
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Opernwelt August 2021
Rubrik: Magazin, Seite 62
von Karl Harb
Die Pandemie hat dem Musiktheater auch einige positive Überraschungen beschert: Die Bayerische Staatsoper beispielsweise präsentierte einen instrumental von Eberhard Kloke stark abgerüsteten, delikat durchhörbaren «Rosenkavalier», an der Kammeroper Wien kam ein instrumental wie vokal verschlankter «Tristan» heraus, und auch die Deutsche Oper am Rhein servierte an...
JUBILARE
Hannelore Bode studierte bei Ria Schmitz-Gohr in ihrer Heimatstadt Berlin und setzte die Ausbildung am Salzburger Mozarteum sowie bei Fred Husler in Hamburg und Lugano fort. 1964 debütierte sie am Stadttheater Bonn als Antonia in «Les Contes d’Hoffmann». Zu den weiteren Stationen gehörten Basel, Düsseldorf, Bremen und Hannover. 1970 trat die Sopranistin...
«Theater muss sein.» So euphorisch und provokant (weil Theater eben Geld kostet) hat es der Deutsche Bühnenverein Ende der 1990er-Jahre propagiert, mit dem neckisch auf einem Punkt tänzelnden T. Die Aussage wurde seither immer wieder diskutiert ‒ besonders verzweifelt während der Pandemie, in der das Theater als Ort gesellschaftlicher Diskurse über Nacht seine...
