Traumschön
Und kein Traum ist völlig Traum», so heißt es doppeldeutig in Arthur Schnitzlers «Traumnovelle». Dieselbe Assoziation stellt sich beim Betrachten des CD-Covers ein, vermittelt über «Eyes Wide Shut», Stanley Kubricks filmischen Schwanengesang auf Schnitzlers Spuren. Denn es zeigt Karine Deshayes und Jérôme Correas mit geschlossenen Augen, als träumten sie Mozarts Musik hinterher. Doch da «kein Traum völlig Traum» ist, begegnet man ihnen auf der Innenseite der Hülle erneut – mit geöffneten Augen und heiterem Lächeln.
Es mag ein Gelingen signalisieren, bezogen nicht zuletzt auf jenes Werk, das dem Album den Titel gibt: Mozarts Motette «Exsultate, jubilate!». Schon lange hatte sich Karine Deshayes – souverän in den Fächern von Mezzo- bis zum Koloratursopran und bewährte Mozart-Interpretin – vorgenommen, dieses Werk vollständig aufzunehmen. Doch war es ihr erst jetzt gegönnt, mit dem brillanten französischen Originalklang-Ensemble «Les Paladins» unter Anleitung seines Dirigenten Jérôme Correas.
Das Programm beschränkt sich in seiner Mixtur von geistlicher und weltlicher, vokaler und instrumen -taler Musik historisch auf Werke des Jahrzehnts zwischen 1770 und 1780, einer Spanne des ...
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Opernwelt Februar 2024
Rubrik: CDs, DVDs und Bücher, Seite 28
von Gerhard Persché
JUBILARE
Helga Dernesch eroberte sich als Ensemblemitglied in Bern, Wies -baden und Köln sukzessive das hochdramatische Sopranfach, bevor sie 1967 mit der Elisabeth erstmals eine große Wagner-Partie bei den Bayreuther Festspielen sang. Bei den Salzburger Osterfestspielen gehörte die gebürtige Wienerin zu den bevorzugten Sängerinnen des Dirigenten Herbert von...
Herr Gerhaher, der Bühnenverein hat vor einiger Zeit mitgeteilt, dass Theater und Konzertsäle über 80 Prozent Auslastung melden, manche Häuser sprechen sogar von weit über 90 Prozent. Ist die Krise ist überwunden?
So etwas hört man. Die Frage ist nur, wie belastbar diese Zahlen sind. Es könnte ja auch bedeuten, dass viele kommen – aber manche nicht zahlen müssen....
Der Dichter sprach. Und er sprach in höchsten Tönen – von einem Komponisten, dessen Œuvre nur einem engeren Expertenkreis wirklich grundlegend bekannt, dessen Rang auch deswegen in der Musikgeschichte bis heute umstritten ist. Für Marcel Proust, der in seinem Hauptwerk «À la recherche du temps perdu» hinlänglich seine Affinität zur Musik bekannte, bestand...
