Macht der Kopf alles kaputt?

Immer mehr Opernregisseure entwickeln ihre szenischen Konzepte in enger Zusammenarbeit mit Dramaturgen. Wie funktioniert die dialogische Befragung der Werke konkret? Diese Frage stand im Zentrum eines von ­Stephan Mösch moderierten Podiums in Graz.

Stephan Mösch: Herr Zehelein, vielen Dank für die vielen Einsichten und Ansichten. «Kommunikative Ästhetik» ist ein großes Wort. Ich möchte, um unsere Diskussion anzuschieben, die Gegenposi­tion mobilisieren. Bei der Vorbereitung auf unser heutiges Gespräch ging mir ein Satz von Jean-Pierre Ponnelle nicht aus dem Sinn. Was wir heute von Ponnelles Ästhetik halten mögen, steht dabei nicht zur Diskussion.

Zur Diskussion steht aber ein Selbstverständnis, das dieser große Theatermann vielfach geäußert hat: Die Existenz eines Dramaturgen, sagte Ponnelle, besonders die Existenz eines Produk­tionsdramaturgen, sei die Bankrotterklärung des Regisseurs. Es ist klar, was er damit verbindet: Wenn ein Regisseur jemanden braucht, der ihm geistig zuarbeitet, dann fehlt es ihm entweder an Zeit oder an mentaler Kompetenz für seinen Beruf. Ich möchte in der ersten Fragerunde ganz schlicht und ganz pragmatisch vorgehen und gern wissen: Was schweißt die Teams, die wir eingeladen haben, aneinander? Wie gehen sie konkret an ihre Projekte heran? Was gibt der eine dem anderen? Vielleicht fangen wir an mit Stefan Herheim und Alexander Meier-Dörzenbach. Die beiden haben drei große Premieren vor sich: ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt März 2008
Rubrik: Thema, Seite 36
von Stephan Mösch

Vergriffen