Theater der Bilder
«Jede Fotografie», schrieb Susan Sontag in ihrer kleinen Philosophie der
Kamerakunst, «ist eine Art Memento mori. Fotografieren bedeutet teilnehmen an der Sterblichkeit, Verletzlichkeit und Wandelbarkeit anderer Menschen (oder Dinge). Eben dadurch, dass sie diesen einen Moment herausgreifen und erstarren lassen, bezeugen alle Fotografien das unerbittliche Verfließen der Zeit.» Das gilt zumal für das Spiel auf der Bühne. Das Flüchtige, das Ungreifbare, das Transitorische liegt hier in der Natur der Sache.
Das Stück, die Aktion, die Personen «existieren» nur so lange, wie die Vorstellung läuft. Wenn der letzte Vorhang fällt, gerinnen sie zu Erinnerung, zu Geschichte. Vielleicht können – im besten Fall – nur Bilder (oder Videos) post festum vermitteln, worin die Aura einer Aufführung bestand, was sie im Innersten antrieb und zusammenhielt. Nämlich dann, wenn der gerahmte Augenblick, wenn der im Bruchteil einer Sekunde festgehaltene Ausschnitt den Geist des Ganzen, das Wesen einer Figur, den Zauber eines Raums oder einer Szene trifft.
In diesem Sinne gehört die Theaterfotografin Mara Eggert zu den Großen ihrer Zunft. Der 1938 in Rostock geborenen, in Ahrenshoop an der Ostsee ...
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