Surreale Welt

Vollmer: Gegen die Wand (Stuttgart)

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Am Anfang stand ein Film, Fatih Akins preisgekröntes Leinwanddrama «Gegen die Wand» mit einem Stoff von heute, wie er in den Türkenvierteln deutscher Städte zum Alltag gehört. Sibel geht eine Scheinehe mit dem lebensmüden Cahit ein, um endlich aus dem Gefängnis des Elternhauses ausbrechen und sich ins Großstadtleben mit all seinen Verlockungen und Auswüchsen stürzen zu können. Aber auch draußen knallen die beiden Außenseiter überall gegen Wände.

Cahit, der sich – wider Willen – doch noch in Sibel verliebt, bringt einen ihrer Liebhaber um und landet im Gefängnis.

Sibel führt mit Freund und Kind ein neues Leben in Istanbul, Cahit folgt ihr und findet sie. Und doch hat ihre Liebe keine Zukunft.

Ludger Vollmer hat das Kunststück fertiggebracht, die Filmvorlage zu einer Oper einzudampfen, die mit wenig (mal deutschem, mal türkischem) Text auskommt und der Musik viel Raum lässt – eine fetzige Mixtur aus E und U, aus europäischen und türkischen Klängen, Jazz- und Discosound, in die sich Gott sei Dank nur selten gewöhnliche Operngesten verirren. Im klein besetzten Orchester lassen neben den dröhnend-harten Schlagzeugsoli vor allem orientalische Zupfinstrumente wie Quãnun und Sãz oder die ...

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Opernwelt August 2010
Rubrik: Panorama, Seite 48
von Uwe Schweikert

Vergriffen
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