Bilderfluten

Strawinsky: Petruschka
Ravel: L’Enfant et les sortilèges
Berlin | Komische Oper

Die Zeit. Sonderbar Ding. Als allmächtig, geheimnisvoll, wesenlos beschrieb sie Thomas Mann, gleichsam als unantastbare Größe, für den Menschen kaum zu erschließen. Was aber tun, wenn sie plötzlich vor einem steht, diese Zeit, in Gestalt einer Uhr, und wenn sie beginnt zu rennen, als sei der Teufel hinter ihr her? Wie dieser enthemmten, gott- und formlosen Raserei Herr werden? Wie dem Alptraum entfliehen? Vor genau diese Problematik sieht sich das (ziemlich große) Kind auf der Bühne der Komischen Oper gestellt. Die Uhr über ihm hat jedwede Kontrolle verloren.

Zwar drehen sich die Zeiger noch richtig herum, aber eben wie im Irrsinn. Die Zeit, sie rennt weg.

Man kann dieses Bild für den gesamten Abend benutzen. Die Zeit, sie rennt weg. Eineinhalb Stunden lang, die Pause ausgenommen. Zu verdanken haben wir dies der britischen Theatertruppe «1927», die nach dem großen Erfolg mit Mozarts «Zauberflöte» nun Stücke miteinander zu verknüpfen sucht, deren Entstehung in die Zeit einer enormen und radikalen Beschleunigung zivilisatorischer und technischer Prozesse fällt und deren Gemeinsamkeit darin liegt, dass Gegenstände und/oder Menschen plötzlich galatheagleich zum Leben erweckt werden: ...

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Opernwelt März 2017
Rubrik: Panorama, Seite 46
von Jürgen Otten