Strahlemann

Saimir Pirgu nimmt sich das lyrische Tenor-Repertoire von Donizetti bis Cilea vor

Opernwelt - Logo

Wie ein Sonnenstrahl gleißt das hohe C, als Rodolfo in «Che gelida manina» von «speranza», von der Hoffnung spricht. Hell glänzt auch das der Arie «Salut! Demeure chaste et pure», in der Faust Marguerites Heim als Wohnsitz einer holden Seele bestaunt. Ja, in der Höhe hat Saimir Pirgu Flügel. Und jenen «giovanile ardore», die jugendliche Glut, die Alfredo in «O mio rimorso! Oh infamia» erwähnt? Hat er auch, keine Frage.

Überhaupt den Drive, die Attacke für das Repertoire zwischen Donizetti und Cilea, dem er sich – unaufdringlich begleitet vom Orchestra del Maggio Musicale Fiorentino unter Speranza Scappucci – auf seiner neuen Solo-CD «Il mio canto» widmet. Ein Album mit Hits für lyrischen Tenor, auf dem auch Werther und Edgardo nicht fehlen. Zugleich ein Gebiet, auf dem er sich, von Gedda über Domingo bis Alagna, mit einer langen Konkurrentenliste messen muss. Es zeigt sich: Ganz oben an der Spitze kann Pirgu nicht mithalten – ungeachtet der schönen Spitzentöne.

Woran liegt’s? Pirgu kämpft mit technischen Schwierigkeiten, die beim Hören nebenbei nicht allzu sehr, beim konzentrierten Lauschen aber empfindlich ins Gewicht fallen. Merkwürdig instabil sitzen die Vokale. Will Pirgu ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt Mai 2016
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 32
von Wiebke Roloff

Weitere Beiträge
Ausgeträumt?

Anfang des Jahres gab’s an der Londoner English National Opera ausnahmsweise was zu feiern. 85 Jahre zuvor hatte Lilian Baylis die Kompanie ins Leben gerufen. Ihr Traum: im Sadler’s Wells Theater einem breiten Publikum die Welt der Oper spannend nahe zu bringen. Doch die Jubiläumsfeierlichkeiten im Januar waren ganz auf die Elite zugeschnitten. Zum Auftakt...

Augen zu und durch

Einst riet Richard Wagner dem nach Bayreuth gereisten Friedrich Nietzsche, er solle die Augen schließen und die Musik nur ­hören. Zu gern wäre man dieser Empfehlung bei der Hamburger Premiere von Rossinis «Guillaume Tell» gefolgt. Denn gegenüber der angestrengt um Gegenwartsbezüge bemühten szenischen Einrichtung von Roger Vontobel (seine erste Opernregie) und...

Seufzer und Wachsblumen

Es gibt, wie man weiß, die unterschiedlichsten Seufzer. Jene leichten, sehnsuchtsvollen, die «Schlittschuh auf nächtlichem Eis» laufen, wie Christian Morgenstern dies suggeriert. Jene anderen, tief befriedigenden. Und dann auch jene, die sich der Brust schwer entringen, weil sie einen Einschnitt bedeuten, eine Wende im Leben. Ottavia nimmt in Monteverdis...