Stabwechsel in Sanssouci
Die Fürstin saß selbst am Cembalo. Sophie Charlotte hatte Giovanni Bononcinis Oper «Polifemo» nicht nur in Auftrag gegeben, sie war auch an der Uraufführung beteiligt, die 1702 im späteren Schloss Charlottenburg stattfand. «Wer sich fragt, woher Friedrich II. seine künstlerische Ader, seine Vorliebe fürs Flötenspiel hatte – hier ist die Antwort: von der Großmutter!» Dorothee Oberlinger schmunzelt.
Die neue Leiterin der Musikfestspiele Potsdam Sanssouci schätzt historisches Denken, sie will den Genius Loci, die preußischen Schlösser und Gärten, noch stärker ins Zentrum rücken – mit Musik, die am Hof der Hohenzollern entstanden ist. 28 Jahre hat die Musikwissenschaftlerin Andrea Palent dieses wunderbare Sommerfestival geführt, jetzt präsentierte Oberlinger ihre erste Saison.
Für die 49-jährige Aachenerin ist das eine neue Erfahrung. Die Blockflötistin unterrichtet am Salzburger Mozarteum, sie hat diverse Ensembles gegründet, aber noch kein großes Musikfest gelenkt. Es soll ein Originalklang-Festival bleiben, sagt sie, doch die Vernetzung der Künste – Architektur, Gartenkunst, Malerei, Philosophie, Sport, Kochkunst – will sie stärker vorantreiben. Moment mal, Kochen? Ja, der ...
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Opernwelt August 2019
Rubrik: Magazin, Seite 66
von Udo Badelt
Den Psychothriller des italo-amerikanischen Neoveristen mit dem grotesken Bilderbogen des seriellen Nachkriegsavantgardisten, sprich: Gian Carlo Menottis «The Medium» und Bruno Madernas «Satyricon», zu einem Doppelabend zusammenzuspannen, mochte zunächst irritieren, erwies sich aber als höchst hintersinnige, ja geradezu spannende Konfrontation zweier nur scheinbar...
Harfenperlen durchsetzen samtenen Streichergrund, während Klarinette und Flöte schwebende Figurationen weben. So klingt der Landsitz Bly in «The Turn of the Screw». Schließlich hebt die Governess an: «How beautiful it is!»
Ja: Wer das Tor zu den Wormsley-Ländereien passiert, tritt in eine andere Welt. Durch bewaldete Hügel windet sich die schmale Straße ins Tal....
Das O am Namensende ist kein Schreibfehler. «Antigono» – so heißt ein Libretto von Pietro Metastasio, das erstmals 1743 von Johann Adolph Hasse vertont wurde und eine beachtliche Karriere hinlegte: Wohl mehr als 50 Komponisten brachten ihre eigene Version heraus, darunter Christoph Willibald Gluck. Sein 1756 in Rom uraufgeführter «Antigono» stand im Mittelpunkt...
