Sprache, Linie, Ausdruck

Im unserem Jahrbuch «Oper 2009» wurde sie zur Nachwuchssängerin des Jahres gewählt. Seitdem hat sie viele neue Erfahrungen sammeln können: die Sopranistin Christiane Karg über den Weg vom Kinderzimmer auf die Bühne, über Partien, die aus einem Satz bestehen und über stimmliche und emotionale Tiefe bei Mozart – im Gespräch mit Jörg Königsdorf

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Frau Karg, an der Komischen Oper haben Sie gerade die Norina aus «Don Pasquale» gesungen. Liegen Ihnen solche eher leichtfertigen Charaktere?
Eigentlich gar nicht. Aber in Norina steckt nun mal wenig Tiefgang  – damit musste ich klarkommen. Das ist ein junges Mädel aus der Spaßgesellschaft, und nur in dem Moment, in dem sie Pasquale eine Ohrfeige gibt, gewinnt das Geschehen überhaupt eine etwas abgründigere Dimension. Das Stück ist eine Komödie, und man hat gar keine andere Wahl, als sich darauf einzulassen.



Im Zentrum Ihres Repertoires stehen im Moment die Rollen Mozarts – Susanna zum Beispiel. Da haben Sie mehr Gestaltungsspielraum.
Ja, Susanna hat einfach alles. Auch stimmlich. Sie ist witzig, jung, kennt ihre Macht als Frau, hat aber dann eben auch ihre «Rosenarie», die nicht nur tief liegt, sondern auch tief empfunden ist. Da kommt eine ganz andere Dimension hinzu.

Bauen Sie diesen tieferen Bereich Ihrer Stimme jetzt bewusst aus, um die charakterlich komplexeren Sopranrollen singen zu können?
Ich musste ihn gar nicht ausbauen, denn ich hatte ihn nur eine Zeitlang verlassen. Ich hatte immer eine gute Mittellage und sehr gute Tiefe, aber ich bin einfach Sopran und tendiere nicht ...

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Opernwelt April 2010
Rubrik: Interview, Seite 18
von Jörg Königsdorf

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