Land unter...

... aber ein neuer «Ring» muss trotz aller Spardiktate sein: Wie Pavel Baleff und Plamen Kartaloff in Sofia mit «Rheingold» die Mailänder Konkurrenz um Daniel Barenboim und Guy Cassiers ausstechen

Im wunderschönen Monat Mai / kroch Richard Wagner aus dem Ei. / Es wünschen viele, die ihn lieben, / er wäre besser dringeblieben.» So bedichtete der Gesamtkunstwerker sich selbst zum Geburtstag. Vielleicht hätte er noch giftiger gereimt, müsste er in seinem Walhall sehen, wie das Jahr 2013 drohend am Horizont steht und damit sein 200. Geburtstag unerbittlich heranrückt.

Soll er mit dem magnum opus, dem «Ring des Nibelungen» gefeiert werden, muss ein Haus beizeiten bestellt werden: Die ganze Tetralogie in einem Jahr (oder gar, wie einst in Bayreuth oder Meiningen, in einer Woche) herauszubringen, ist in den meisten heutigen Operntheatern unmöglich. Paris, Frankfurt, die Scala in Mailand und Sofia verteilen das Vorhaben auf vier Jahre. Das beschert in dieser Spielzeit einen Boom von «Rheingold»-Aufführungen. In Sofia wählte man für die Premiere ein besonders symbolschwangeres Datum: Wagners Geburtstag. Überdies wird zwei Tage später in Bulgarien der «Tag der Bildung und Kultur» betrauert – gefeiert kann man nicht sagen, denn die im vergangenen Juli angelobte Regierung Bojko Borissov hat nicht nur die dringend nötige Bekämpfung der Korruption angekündigt, sondern auch einen eisernen ...

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Opernwelt Juli 2010
Rubrik: Im Focus, Seite 10
von Dietmar Polaczek

Vergriffen